Charity-Aktion: Reuttener trat für Therapierad 24 Stunden in die Pedale

Christian Tschernutter aus Reutte hat mit einer Charity-Aktion Geld für ein krankes Mädchen im Bezirk gesammelt – und sich selbst übertroffen.

Geschafft! Nach 24-Stunden-Radmarathon und unter dem Beifall zahlreicher Fans und Begleiter konnte Christian Tschernutter beim Zieleinlauf die Hände in die Höhe strecken und jubeln.
© DoDo Fotografie | Dominik Doucha

Von Simone Tschol

Reutte –Eigentlich wollte Christian Tschernutter am 24-Stunden-Rennen im niederbayerischen Kelheim teilnehmen. Da dieses jedoch aufgrund des Coronavirus abgesagt werden musste, er aber schon mitten im Vorbereitungstraining stand, ließ sich der Reuttener etwas Spezielles einfallen. Er startete eine ganz spezielle Charity-Aktion. Die Idee: 24 Stunden mit dem Rennrad vom Hauptkreisverkehr Reutte zum Kreisverkehr Weißenbach und wieder retour. Die geradelten Kilometer werden von Sponsoren in Geld umgewandelt. Mit dem Geld wollte Tschernutter einer zehnjährigen Außerfernerin mit Handicap zu einem neuen Therapierad verhelfen.

Am Samstag um 10 Uhr fiel der Startschuss für das große Vorhaben. Und die Zeichen standen im wahrsten Sinne auf Sturm. Es regnete den ganzen Tag über in Strömen. „Das Wetter war bescheiden, aber gegen Abend hat es dann eh aufgehört“, erinnert sich Tschernutter. Allein radeln musste der Idealist nie. Windschattengeber begleiteten ihn Tag und Nacht. „In der Nacht sind wir zu dritt geradelt, tagsüber waren wir auch schon mal zwölf“, ist der Reuttener begeistert. Auch dass die ganzen Stunden über immer irgendwo Leute an der Strecke gestanden sind, die ihn angefeuert haben, fasziniert ihn.

Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,8 km/h.

„Mein Ziel war es, 600 Kilometer zu schaffen“, erzählt der 43-Jährige, der sein Vorhaben bei Weitem übertraf. Letzten Endes wurden es nämlich unglaubliche 764,23 Kilometer. Das entspricht einer geradelten Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,8 km/h.

Auch das Therapiefahrrad für die Zehnjährige kann angeschafft werden. Wie viel Geld insgesamt zusammengekommen ist, weiß Tschernutter noch nicht. „Es gehen immer noch Spenden auf das dafür eingerichtete Konto ein. Aber für das Rad reicht es locker und auch der barrierefreie Zugang über die Terrasse ist auf jeden Fall drin. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die mich unterstützt haben – ob im Begleitfahrzeug, auf dem Rad und entlang der Strecke, bei allen Helfern im Start-Ziel-Bereich, bei den Verpflegungsstationen und allen Firmen, welche die Aktion unterstützt haben“, so Tschernutter, dessen Dank auch an den Rotary Club geht, der 1000 Euro gespendet hat, sowie an jene drei Sponsoren, welche die geradelten Kilometer in Geld umgewandelt haben.

Spendenkonto

Das Spendenkonto (Raiffeisenbank Reutte, IBAN: AT91 3699 0000 0901 6999; BIC: RBRTAT22) wird noch bis 31. Dezember offen bleiben.

„Vielleicht möchte noch jemand ein paar Euro beisteuern, um diverse Anschaffungen für das Mädchen zu ermöglichen“, so Tschernutter. Müdigkeit kennt der Wanderführer und Bikeguide trotz der Strapazen des Wochenendes nicht. Am Montag war er schon wieder wandern.


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