Illegale Party in der Innsbrucker Sillschlucht: Stadt hat erste Spur

Nach der illegalen Party mit 1000 Besuchern vor zehn Tagen fahndet der Stadtmagistrat weiter nach den Organisatoren. Wenn sie gefunden werden, kann das teuer für sie werden.

Die Innsbrucker Sillschlucht war Schauplatz von mehreren Techno-Partys mit rund 1000 Gästen.
© Parigger

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – In der Sillschlucht ist Ruhe eingekehrt. Das vergangene Wochenende war das erste seit Sommerbeginn, an dem am Sillufer keine Technobeats aus den Boxen dröhnten. „Weder am Freitag noch am Samstag fand dort eine Party statt“, weiß Elmar Rizzoli, Leiter des städtischen Sicherheitsreferats: „Wir haben das kontrolliert.“ Für ein Rave sei wohl auch das Wetter zu schlecht gewesen.

Elmar Rizzoli (Stadtmagistrat): „Die Veranstalter sind noch unbekannt. Wir haben aber Hinweise erhalten und verfolgen eine Spur.“
© Andreas Rottensteiner / TT

Wer die bisherigen Partys, vor allem aber das dreitägige Rave (3. bis 5. Juli) ohne Bewilligung veranstaltet hat, ist nach wie vor unklar. „Wir haben aber Hinweise erhalten und verfolgen jetzt eine Spur“, beschreibt Rizzoli den städtischen Ermittlungsstand. Sollte diese Spur tatsächlich zu den Organisatoren führen, kann das für sie teuer werden. „Bis zu 15.000 Euro Strafe nach dem Veranstaltungsgesetz und bis zu 3600 Euro für Verstöße gegen die Covid-Bestimmungen“, rechnet der städtische Sicherheitschef vor.

Das dreitägige Rave vor zehn Tagen in der Sillschlucht sorgte sogar für internationale Schlagzeilen. So berichtet der Münchner Merkur über die Party in der Sillschlucht, bei der mindestens 1000 Gäste anwesend gewesen sein sollen. Ein Besucher aus Bayern beschrieb die Stimmung als friedlich, Drogen- und Alkoholleichen habe er keine gesehen.

Schankanlage gab es ebenso wie eine Stromversorgung

Auch bei der TT hat sich ein Zeuge gemeldet, der die Infrastruktur beim nicht genehmigten Fest am Sillufer auflistet. Und die war offenbar erstaunlich umfangreich – eine Schankanlage gab es ebenso wie eine Stromversorgung. Bier und Longdrinks waren ab 3,50 Euro erhältlich, eine Pyrotechnik-Show zwischen den Bäumen soll die Stimmung angeheizt haben. Ein steiler Zugangsweg in die Schlucht war mit einem Seil als Auf- und Abstiegshilfe gesichert.

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Wie die Unipress, die Zeitschrift der Innsbrucker Hochschülerschaft, berichtet, haben die Veranstalter auch für Toiletten und die morgendliche Säuberung des „Festgeländes“ gesorgt. Bei den Organisatoren handelt es sich offenbar um 60 Personen, die ohne Hierarchie zusammenarbeiten. Die Vorbereitung für die dreitägige Party soll drei Wochen gedauert haben. Nicht genehmigte Raves finden aber nicht nur in der Sillschlucht, sondern auch beispielsweise unter Innsbrucker Autobahnbrücken statt.


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