Achenseebahn-Insolvenz: Konzept für Sanierung zurückgezogen

Das Insolvenzverfahren um die Achenseebahn ist um eine Facette reicher: Das Sanierungskonzept der Bahn wurde jetzt zurückgezogen.

In den nächsten zwei Jahren wird es jedenfalls keinen Vollbetrieb der Achenseebahn geben.
© Fankhauser

Von Peter Nindler

Jenbach – Über die Zukunft der Achenseebahn wird in den nächsten Wochen entschieden, das Insolvenzverfahren steht nämlich vor dem Abschluss. Was allerdings bereits feststeht: Das von der Achenseebahn selbst vorgelegte Sanierungskonzept zur Fortführung der Bahn ist nicht umsetzbar, es wurde vor wenigen Tagen im Insolvenzverfahren zurückgezogen.

Die aufgezeigten Möglichkeiten sind nicht realistisch, denn die Bahn wird in den nächsten zwei Jahren nicht dampfen und die Gesellschaft deshalb keine Einnahmen erzielen. Das Land hat vorerst lediglich einen Teilbetrieb für das heurige Jahr mit 50.000 Euro ermöglicht – aber nicht mehr. Man will die Konzession nicht verlieren.

Mit rund 1,4 Millionen Euro werden die Schulden im Insolvenzverfahren beziffert, 800.000 Euro sollen dabei auf die Sparkasse Schwaz entfallen. In den vergangenen Wochen wurden immer mehr Details über die Führung der Bahn in der Vergangenheit bekannt, die Perspektiven sind einfach zusammengefasst. In der bisherigen Form wird die Bahn nicht weiterbestehen, außer ein privater Aktionär übernimmt die Bahn und reaktiviert sie. Ohne umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur wäre ein Betrieb aber auch dann nicht möglich. Die Konzession läuft übrigens 2024 aus.

Das Land muss wiederum in den nächsten Wochen eine Grundsatzentscheidung fällen, ob sie nach dem Ende des Insolvenzverfahrens die Bahn in einer Auffanggesellschaft übernimmt oder nicht. Zur Vermeidung eines verlorenen Aufwands werden bis zur Klärung der Haftungsrisken keine Investitionen in die Sanierung der Eisenbahninfrastruktur getätigt. Um die Nostalgiebahn weiter und längerfristig auf Schiene zu bringen, müssten wohl zehn bis 15 Millionen Euro investier­t werden. Viel Geld, weshalb es sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt.

Eine Stilllegung wird ausgeschlossen, dann müsste die kontaminierte Trasse umfangreich saniert werden. Geschätzte Kosten: 50 bis 100 Millionen Euro. Ein Ganzjahresbetrieb mit Einbindung in den öffentlichen Nahverkehr ist nicht möglich. Winter, Steigung und Achenseebahn passen nicht zusammen.

Im Raum stehen auch Forderungen an die ehemaligen Verantwortlichen. Denn der Ankauf von Garnituren der Appenzellerbahn, die samt Transport mehr als 100.000 Euro gekostet haben, wirft viele Fragen auf. Dazu hat es bereits einen Vorvertrag aus dem Jahr 2014 gegeben, die Garnituren stehen seit 2018 auf dem Abstellgleis.


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