„Sowas hab’ ich noch nie erlebt": Rätsel um geschlachtetes Kalb in Mieders

Die Polizei sucht den Täter, der in Mieders ein Kalb getötet und zerstückelt hat. Nun sind erste Hinweise eingegangen.

Ein Polizist beim neuerlichen Lokalaugenschein am Tatort: Auf dieser Weide wurde vermutlich am Sonntag ein Kalb geschlachtet.
© zeitungsfoto.at

Von Thomas Hörmann

Mieders – Ein ebenso ungewöhnlicher wie grausamer Kriminalfall beschäftigt seit Dienstag die Polizeiinspektion Fulpmes. Die Beamten suchen den Täter, der in Mieders ein Kalb getötet und zerstückelt hat. „Es sind bereits die ersten Hinweise eingegangen“, hofft der Fulp­mer Polizeichef auf eine rasche Klärung des Falls: „So schlecht schaut es nicht aus.“ Das Motiv: „Vermutlich hat es der Täter auf das Fleisch abgesehen“, meint der Kommandant. Unterm Strich ist die Causa für den Inspektionschef mehr als ungewöhnlich: „Dass Schafe verschwinden, kommt vor. Aber dass ein Kalb auf der Weide geschlachtet wird, hab’ ich noch nie erlebt.“

Dass Schafe verschwinden, kommt vor. Aber dass ein Kalb auf der Weide geschlachtet wird, hab’ ich noch nie erlebt.
Fulp­mer Polizeichef

Ein Bekannter des Besitzers hat den Kadaver des fünf Monate alten Braunviehs am Dienstag auf einer Weide zwischen der Kirchbrücke und dem so genannten Pflusental entdeckt. Wobei Kadaver übertrieben ist – vom Zuchtkalb waren nur noch das Fell, der Schädel, ein Vorderlauf und ein Hinterlauf übrig. Zu wenig, um den Beamten weitere Rückschlüsse zu ermöglichen. „Wir können nicht sagen, ob das Tier professionell getötet und zerteilt wurde“, erklärt der Kommandant. Fest steht nur der Tatort – das Kalb wurde dort getötet und zerteilt, wo es geweidet hat. „Das war ein Gemetzel“, findet der Polizist drastische Worte für das Geschehen.

Wann das Rind zu Tode kam, ist noch unklar. Die Polizei grenzt die Tatzeit zwischen Sonntag und Dienstag ein. „Am wahrscheinlichsten ist, dass der Täter das Tier am Sonntagabend schlachtete.“

Der Tatort war gut gewählt – „die Weide ist recht abgelegen und nur schwer zu überblicken“, so der Kommandant von Fulpmes.

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Am Mittwoch führten Polizisten aus Fulpmes einen weiteren Lokalaugenschein am Tatort durch. Dabei entdeckten sie am Ufer eines Bachs die Ohrmarken des Schlachtopfers. Da es sich beim getöteten Tier um ein Zuchtkalb gehandelt hat, dürfte der Schaden zwischen 500 und 1000 Euro liegen. Wenn tatsächlich das Fleisch das Motiv für die illegale Schlachtung war, so dürfte die Ausbeute eher gering gewesen sein. Obwohl das Tier 200 bis 300 Kilo wog, „sind bei einem Braunvieh dieser Größe nur etwa 50 bis 60 Kilo Fleisch verwertbar“, sagt der Innsbrucker Metzger Peter Stolz: „Diese Rasse hat nicht sehr viel Muskelmasse.“


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