Im Triple-Schritt wird’s elektrisch bei Renault

Drei E-Tech-Modelle stellt Renault ab Herbst zu den Händlern: den Clio als Vollhybrid, den Captur und den Mégane Grandtour als Plug-in-Hybride.

Das elektrifizierte Renault-Trio: Clio E-Tech 140 sowie Captur und Mégane Grandtour E-Tech Plug-in 160.
© Hersteller

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Langenlois – Jetzt spannt auch Renault Elektro- und Verbrennungsmotoren zwecks alternativer, verbrauchs- und emissionszurückhaltender Antriebsart zusammen. Die ersten drei Hybride sind startklar (2022 sollen es zwölf sein). Markiert sind sie mit dem Beinamen E-Tech: Der Clio in der fünften Karrierephase ist damit ein Vollhybrid, der Captur zweiter Generation sowie der (frisch geliftete) Mégane Grandtour Phase II sind Plug-in-Hybride.

Anders als gewohnt ging – aufgrund der Turbulenzen rund um Corona – die Fahr-Premiere über die Bühne: Die Franzosen hatten gut 25 Fahrzeuge, frisch aus dem Werk, im Huckepack-Verfahren ins Niederösterreichische gebracht, im Zuge einer Europa-Tour. Dafür konnten die frischen Alternativen auf heimischen Strecken ihre ersten Probeläufe abspulen.

Dem elektrifizierten Antriebssystem liegt eine Kombination aus 1,6-Liter-Benziner mit vier Zylindern (ohne zusätzliche Beatmung) und zwei E-Aggregaten zugrunde. Zusammengespannt ist diese Triple-Konstruktion mit einem eigens entwickelten Automatik-Getriebe, das je nach Hybrid-Interpretation zwei oder acht Fahrstufen bereitstellt. Die Kompaktheit der Einheit ermöglicht den Einbau in Fahrzeuge der Dimension des Clio. Das nicht aufladbare System mit einem 1,2-kWh-Akku als Energiespeicher leistet 140 PS. Die Plug-in-Technik, in Captur und Mégane Grandtour, ergibt im Verein mit einer 9,8-kWh-Batterie 158 PS Systemleistung. Das ist laut technischen Daten im Crossover gut für 52, im Kompakt-Lader für 54 Kilometer rein elektrischer Reichweite. Zur Verfügung stehen drei Fahrprogramme, „Eco“, „Sport“ und „MySense“ (gleichzusetzen mit Normal-Modus). Die E-Energie kann entweder komplett verbraucht oder auf einem bestimmten Level konserviert oder via Generatorfunktion nachgeladen werden. Dabei unterstützt die Betriebsart „B“, sie sorgt für erhöhte Bremsenergie-Rekuperation.

In beiden Systemvarianten wirkt sich die Stromer-Benziner-Zusammenarbeit in erhöhter Antritts-Spontaneität und sportlicher Munterkeit aus. Das bei sehr dezentem Geräuschniveau, solange der Elektriker das Sagen hat (manchmal pfeift’s ein bissl). Je nach Drehzahl kann der Verbrenner brummig werden, wenn er mitarbeiten muss. Das wirkt jedoch dank der guten Geräuschdämmung in allen drei Modellen nicht lästig. Wobei sich das Terzett in Bezug auf Fahrwerk, Lenkung und Bremsen bei allen Gangarten als höchst umgänglich zeigt, am ausgewogensten im Mégane. Dem fühlt man, wie dem Captur, zwar an, dass der Hybrid-Antriebsstrang alleine schon aufgrund der 130 Kilo schweren Batterie in höherem Gewicht resultiert, doch ist Trägheit oder Schwerfälligkeit nicht die Auswirkung. Erst recht nicht im Clio, dessen Akku nur vierzig Kilo auf die Waage bringt.

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Rätsel in puncto Umgang gibt keine der beiden Varianten des modularen Hybrid-Systems auf. Das TFT-Kombi­instrument informiert klar und verständlich, ob Strom gerade geladen oder „verbrannt“ wird. An der Menü-Führung sowie dem Mix aus digitalen und analogen Bedien-Elementen ändert die Stromer-Mitarbeit nicht wirklich etwas.

Die E-Tech-Preise: Clio ab 21.640, Captur ab 33.790, Mégane Grandtour ab 34.190 Euro. Die Marktstarts: Captur im September, Clio und Mégane Grandtour im Oktober. Der 5-türige Kompakte kommt 2021 als PHEV.


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