Keine Mitsubishi-Neuheiten für Europa mehr

Strategie des Renault-Nissan-Mitsubishi-Bündnisses wird umgesetzt – Ausrichtung auf ASEAN-Staaten – aktuelle Modelle laufen noch.

Vollbremsung: Zukunftsvisionen der Japaner sind nicht mehr für den europäischen Markt gedacht.
© Hersteller

Von Reinhard Fellner

Tokio, Wien – Spätestens seit der heurigen Verkündigung des Strategiepapiers des Bündnisses von Renault, Nissan und Mitsubishi war klar: Mitsubishi wird wohl schon in naher Zukunft in Europa die Handbremse anziehen. Nach durchwegs ernüchternden Bilanzzahlen im Bündnis war es Zeit für eine konzerninterne und territoriale Neuordnung.

Kurz: Europa für Renault, Nissan mit Augenmerk auf China und Mitsubishi mit künftiger Ausrichtung auf die ASEAN-Staaten wie Südostasien, Afrika, Ozeanien oder Südamerika. Schließlich liegen dort genau die Hauptmärkte der Japaner. Über sechs Prozent Marktanteil hält Mitsubishi beispielsweise in Südostasien, während man in Europa bei einem kümmerlichen Prozent stagniert. Und auch hierzu spielt der margenschwache Kleinstwagen Space Star aus thailändischer Produktion im Modellprogramm die Hauptrolle.

Lange wurde ein Rückzug aus Europa dennoch nicht bestätigt – bis zum Anfang dieser Woche. Der komplette Umfang der Maßnahmen sei noch nicht definiert, hieß es demnach aus Tokio, eine Neueinführung von Modell­einheiten in Europa werde aber vorab nicht mehr stattfinden. Diese betrifft nun sowohl die für 2021 geplante Neuauflage des Outlander als auch die Präsentation eines Mini-SUV.

Freunde der in Österreich einst weit verbreiteten Marke können bis auf Weiteres jedoch noch vollumfänglich auf die aktuelle Modellpalette zurückgreifen. Ob Mitsubishi hierzu in den nächsten Jahren noch Anpassungen auf kommende Abgasnormen vornehmen wird, steht in den Sternen. Voll aufrecht bleiben laut einer medial veröffentlichten Mitteilung des Herstellers jedoch die Servicetätigkeit und Ersatzteilversorgung. Fahrzeugbesitzer können also beruhigt sein.


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