Peugeot 508 SW: Löwenmiene mit ruhigem Gemüt

Ganz ohne Gebrüll und dennoch kraftvoll und angriffslustig im Design kommt der Peugeot-Kombi 508 SW im TT-Kurzdauertest an.

Finstere Wolken über den eindrucksvollen Gemäuern von Burghausen und dazu der Ritter in strahlend weißer Rüstung: der Peugeot 508 SW.
© Zoller Gregor

Von Gregor Zoller

Hochburg-Ach – Seit einigen Wochen verstärkt ein schicker Neuzugang den Dauertestfuhrpark der TT: So gesellt sich der Designer-Kombi Peugeot 508 SW in edlem Weiß und GT Line zu uns und begleitet uns für die nächsten zwei bis drei Monate auf unseren sommerlichen Ausfahrten.

Da bietet sich gerade jetzt natürlich an, den Neuen – der freilich rein aus Modellsicht gar nicht neu ist – gleich im zurzeit so opportunen Österreich-Urlaubstrip zu testen.

Aber erst zur Einordnung: Peugeot hat den 508 SW im Jahr 2018 erstmals im neuen, stark überarbeiteten Design präsentiert, seit Frühjahr 2019 ist der Lange bei uns erhältlich und ziert auch das heimische Straßenbild. Und auch nach mehr als einem Jahr, das nun seit den ersten neugierigen Blicken vergangen ist, weiß das Design immer noch zu überzeugen: Vorne ist’s die Frontpartie mit den markant nach unten gezogenen Leuchten und dem sportlich-aggressiven Edelstahlgrill in Punkt-Optik, die dem Löwen-Emblem an der Spitze des Wagens alle Ehre macht. Angriffslustig, aber mit der nötigen Portion Understatement und Klasse kommt der Look rüber.

Hinten ist’s ein Leuch­tendesign, das sonst nur in manchen Oberklassewagen so schick aussieht: Ein schwarzgläsernes Band in futuristischer Optik verbindet die beiden Seiten, die LED-Tagfahrlichter passen sich der Umgebungshelligkeit an und strahlen (im wahrsten Sinn des Wortes) ziemlich viel Raffinesse aus.

Die Linienführung im Karosseriedesign nimmt das sehr populäre Coupé-Thema auf und senkt die Dachlinie elegant zum Kofferraum hin ab. Gepaart mit der dynamischen Schnauze ein gelungenes Gesamtbild im Äußeren.

Klar, diese Coupéform sieht sehr charmant aus und gerade die Details, wie die rahmenlosen Türen, beweisen die Liebe zum Detail und die Konsequenz, mit der die Designidee hier umgesetzt wurde.

In so mancher schmalen Parklücke zwingt einen die coupétypisch sehr niedrige Sitzposition dann aber doch zu kleineren Kunststücken beim Verlassen des Wagens. Und auch die Bein- und vor allem Kopffreiheit im Fond sind naturgemäß auch etwas eingeschränkt. Gerade in Vollbeladung mit vier Erwachsenen kann’s schon sein, dass die eine oder andere Pause an der Raststätte dann zur „Entfaltung“ der starr gewordenen Knochen genutzt werden muss.

Unter dem Stichwort Beladung kommen wir dann aber auch gleich zu einem großen Plus des großen Franzosen: Das Ladevolumen des Kofferraums, der sich unter der komfortabel elektrisch öffnenden Heckklappe versteckt, ist wahrlich sehr ordentlich. Da hat dann neben dem Gepäck (mit umgelegter Rückbank satte 1780 Liter) auch noch eine ganze Menge an Urlaubsmitbringseln Platz. Tiefe Ladekante und komplett ebene Fläche machen den 508 SW zum echten Praktiker.

Der Antrieb ist ein alter Bekannter: Das 160-PS-Diesel­aggregat zeigt sich laufruhig und antriebsstark, im Tempomatch auf der deutschen Autobahn kann der Franzose gut mithalten. Achtgangautomatik und Fahrwerk tun das ihre, um auch bei einem kurzen Sprint auf 200 Stundenkilometer die Ruhe zu bewahren.

In Teil zwei des Dauertests werden wir uns dann noch etwas intensiver den inneren Werten und der Fahrleistung widmen und auch das Cockpit und die Vielzahl der Assistenzsysteme haben einen genaueren Blick verdient.

Bis dahin sammeln wir Erfahrungen und Kilometer im langen Löwenspross.


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