Citroën C3 Aircross: Charmewürfel für frankophile Praktiker

Der Citroën C3 Aircross ist ein gemütlicher Zeitgenosse: Konzipiert als Einstieg ins SUV-Segment mit kompakten Außenmaßen, sorgt der Franzose für entspannte Fahrten und ist dabei gar nicht fad.

Knubbeliges Design und leichter Hochstand: Der Picasso-Nachfolger Citroën C3 Aircross behält auch ganz in Schwarz seinen verspielten Look.
© Zoller Gregor

Von Gregor Zoller

Völs – Seien wir uns doch ehrlich: Im Alltag geht’s bei Autos um den Praxisnutzen. Oft verkannt, verschwindet diese Realität meist hinter tollem Design, Leistung und modernen Gimmicks. Gerade SUV-Fahrer argumentieren mit hoher Sitzposition, gutem Lade­volumen und viel Platz für alle Mitfahrer. Die kritischen Stimmen stehen dann mit ihren Gegenargumenten schon parat.

Nur gut, dass Citroën einen interessanten Kompromissvorschlag in einem Paket zu kombinieren weiß. Dieses Paket nennt sich C3 Aircross und will sich als kompaktes SUV verstanden wissen.

Wie wir’s bei den Hochbeinern der Gattung eben gerne haben, schafft es auch der Einsteiger-Franzose, von der Fahrerposition soliden Überblick über den Wagen zu bieten, innen wie außen. Freilich, das knubbelige Schrägheckdesign tut das Seine, denn vorne wie hinten ist klar: Wo der letzte Knubbel außer Sicht ist, sind es auch die 4,15 Meter des C3 Aircross.

Der verspielte Charme des Außendesigns setzt sich im Innenraum fort. Den kennt man so seit einiger Zeit bei Citroën und dennoch: Es kommt gleich ein Gefühl von Gemütlichkeit auf, ganz ohne Langeweile. Die Zeichnung nahezu aller Elemente ist von kubischen Formen mit ordentlicher Abrundung der Ecken geprägt – klare Linienführung ist das nicht, aber charmant allemal.

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Wenn wir nun schon auf dem Fahrersitz Platz genommen haben, müssen wir zum Eingangs-Statement zurückkommen: dem Praxisnutzen. Denn die Raumökonomie im Inneren des knuffigen Einstiegs-SUV trotzt den kompakten Außenmaßen. In erster und zweiter Reihe wird ansprechende Bein- und Kopffreiheit geboten, der Beifahrersitz ist umlegbar (eine Seltenheit) und auch die Rückbank strotzt dank Ein- und Zweidrittel-Umlegung sowie ihrer Verschiebbarkeit nach vorne und hinten vor Flexibilität. Das pflanzt sich natürlich auch nach ganz hinten fort, so warten im Kofferraum bis zu 520 Liter Volumen ohne umgelegte Sitze auf Befüllung.

Das Armaturenbrett ist übersichtlich angeordnet, der 7-Zoll-Touchscreen samt Navi- und Infotainmentsystem erfreut in der Tat durch einfache Bedienung. Der smarte Alltagsbegleiter C3 bietet auch dem Smartphone seinen Platz, die induktive Ladeschale sorgt für ausreichend Saft und in der Umkehrung die Konnektivität unter anderem für den richtigen Sound im Auto.

Citroën bietet zwei Benzin- und zwei Dieselvarianten als Handschalter oder Automatik an. Der manuelle 110-PS-Benziner im Test werkelt für sich sogar recht dynamisch, die Fahrwerkabstimmung und Lenkung wandeln diese Dynamik in Wohlgefallen um.

Und so geht die Fahrt weiter im Gerade-schon-SUV, dem wohl wirklich keiner böse sein kann. Ganz anders, als das bei den großen Brüdern des Segments so ist. Nennen wir ihn also eher einen geräumigen Kompakten, gemacht für den Alltag. Das passt besser.


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