BMW 545e xDrive: Die hohe Schule der Geschmeidigkeit

BMW hat der frisch gelifteten 5er-Limousine einen Plug-in-Hybrid-Antrieb mit 3,0-l-Sechszylinder-Benziner eingepflanzt. Systemleistung: 394 PS.

BMW 545e xDrive: Die Kooperation aus 3,0-l-Sechszylinder-Benziner und Strom-Aggregat hat 394 PS und bis zu 54 Kilometer E-Reichweite.
© Hersteller

Von Beatrix Keckeis-Hiller

München – Unter die Multimillionäre gehen will BMW. Mit der Anzahl verkaufter elektrischer und elektrifizierter Modelle. 2020 wird sich die erste Million nicht mehr ausgehen (Ende 2019 waren es 500.000), doch es kann 2021 so weit sein. Bis 2030 soll sich dieses Resultat mindestens versiebenfacht haben. So ist es anvisiert, anhand eines Zehn-Jahres-Plans (inklusive der Tochtermarke Mini).

Der beruht auf einer modifizierten Strategie. Im Vordergrund stehen nicht mehr alleine vollelektrische – und dahingehend entwickelte – Modelle wie der 2013 gestartete i3, sondern eine breit angelegte Palette unterschiedlicher Elektrifizierungsgrade in allen Baureihen (ohne i8, der läuft aus). BMW setzt bisherige reine Verbrenner nicht nur unter Teil-, sondern auch unter Vollstrom, siehe zum Beispiel das unlängst präsentierte Batterie-elektrische Derivat des X1.

Etwas, das ebenso für die kürzlich optisch aufgefrischte und technisch aktualisierte 5er-Baureihe am Horizont steht. Doch zuvor rollt, nach den PHEV-Varianten mit 2,0-Liter-Benziner – 530e, Limousine und Touring, mit und ohne Allradantrieb, mit 292 PS Systemleistung –, eine weitere Plug-in-Hybrid-Version an den Start. Der neue 545e xDrive markiert unter den Teilzeit-Stromern die neue Top-Position, basierend auf dem bereits aus dem 7er und dem X5 bekannten Antriebsstrang. Auf dessen Verbrenner-Seite arbeitet ein Dreiliter-Reihensechszylinder-Benziner. In Kombination mit Strom-Aggregat und aufladbarem 400-Volt-Akku ergibt das auch hier 394 PS Systemleistung samt 600 Nm Drehmoment-Max. 0 auf 100 gehen laut – vorläufigen – technischen Daten in 4,7 Sekunden.

Die Top-Speed ist mit 250 km/h begrenzt. Die E-Reichweite kann, nach WLTP, bis zu 54 Kilometer betragen. Das Höchstgeschwindigkeitslimit liegt im E-Modus bei 140 km/h. Reguliert wird die Arbeitsteilung zwischen Benziner und Stromer via Fahrmodi: „Hybrid“, „Electric“ und „Sport“, samt spezifischen Soundkulissen. Beim Haushalten mit dem Stromvorrat kann eine Vernetzung mit dem Navigationssystem unterstützen („Hybrid“-Untermenu „Hybrid Pro“). Die von BMW angebotenen digitalen Services wurden zudem erweitert. Um Hybrid-Piloten dazu zu bewegen, das teilelektrische System nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern auch zu nützen, sprich, die Batterie aufzufüllen (Typ-2-Stecker, bis zu 3,7 kW), kommt eine Funktion namens eDrive Zone hinzu: Die schaltet, wenn aktiviert, in definierten Bereichen – Umweltzonen – automatisch auf E-Modus. Dafür gibt’s im Rahmen eines Prämienprogramms Punkte.

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In Kauf nehmen muss man im 545e (vorerst ist der Antrieb für die Limousine reserviert) eine Laderaum-Reduktion von 530 auf 410 Liter. Etwas, das im Zuge der ersten – geführten – Praxiserprobung mit Vorserienmodellen rund um den Stammsitz von BMW in München nicht ins Gewicht gefallen ist. Aufgefallen hingegen ist die ungeheure Geschmeidigkeit des Antriebs, egal, in welchem Fahrmodus. Es ist weder akustisch noch sonstwie wahrnehmbar, wenn sich der Verbrenner zuschaltet. Zur superben Geräuschdämmung kommt ein Hohe-Schule-Beispiel an Abrollkomfort. Selbst im „Sport“-Modus. Den 0-auf-100-Wert glauben wir ungeprüft. Bei Ausnützung aller Assistenz dürften auch die 54 Kilometer (und mehr) E-Reichweite machbar sein. Allerdings klarerweise weniger, wenn man den elektrischen Top-Speed voll ausreizt.

Der Marktstart: angekündigt für November. Der Preis: noch nicht fixiert.


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