Postpartner schließt: Pfunds bietet sich als Notnagel für die Post an

Mit Herbst schließt der Postpartner in der Gemeinde Pfunds. Der Bürgermeister will das Problem im Notfall selbst in die Hand nehmen.

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In Pfunds schließt im Herbst der Postpartner. Im Notfall will die Gemeinde einspringen.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Pfunds – Die Nachricht dürfte bei manchen eingeschlagen haben wie eine Bombe. Ab Herbst schließt der Postpartner in der Gemeinde Pfunds. „Das kleine Geschäft sperrt zu, dann hängen wir in der Luft“, zeichnet BM Rupert Schuchter ein kleines Schreckensszenario für den Ort. In Pfunds leben immerhin knapp 3000 Einwohner. Eine eigene Postfiliale gibt es dort schon lange nicht mehr – nun würde man auch den letzten Anbieter verlieren. Die nächste Möglichkeit, ein Paket aufzugeben, wäre dann in Ried oder ­Nauders – eine Fahrt von ­jeweils rund 14 Kilometern. „Ich sehe das ja bei uns. Kein Tag, ohne dass man einen Stapel Briefe zur Post trägt“, betont Schuchter. Natürlich könne man manches auch per E-Mail erledigen. Aber auch die Zahl der Pakete, die zurückgeschickt werden wollen, nimmt zu.

Der selbstständige Einzelhändler Martin Habicher bestätigt gegenüber der TT die Pläne. „Wir schließen den gesamten Standort.“ Er hat dort bisher neben dem Lebensmittelgeschäft auch ein Café und eine Bäckereiverkaufsstelle betrieben. Zusätzlich war er Postpartner. Die Schließung habe wirtschaftliche Gründe und nichts mit der Post selbst zu tun. „Das ist leider Pech. Wir haben gewusst, dass man als Postpartner nicht viel Geld verdient. Aber für uns war es ein Frequenzbringer. Das hat gepasst.“ Die Gemeinde Pfunds hat nun einen Notfallplan ausgearbeitet. „Wenn sich kein neuer Postpartner findet, werden wir schauen, dass die Gemeinde die Postfiliale weiterbetreibt“, betont der Bürgermeister. Vorsorglich hat er auch schon den Gemeinderat damit befasst.

Derzeit ist die Hoffnung noch groß, dass es gar nicht so weit kommt. „Es gibt bereits Interessenten“, so Schuchter, der von Verhandlungen mit möglichen Nachmietern für das Lebensmittelgeschäft weiß. „Wenn einer die Post wieder übernimmt, wollen wir das keinem wegnehmen. Wir unterstützen das.“ Für die Bürger sei die Post ein wichtiges Angebot.


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