Auch in Tirol noch gesucht: Spender für Covid-19-Patienten

Rekonvaleszentenspenden: In Tirol wurden bis dato 129 Abnahmen durchgeführt und sechs Covid-19-Patienten damit versorgt.

Wie jede Vollblutspende durchläuft das gewonnene Rekonvaleszentenplasma mehrere Tests. In Tirol kann man an der Universitätsklinik Innsbruck spenden.
© iStockphoto

Innsbruck, Wien – Der Aufruf vom Roten Kreuz läuft seit einigen Wochen. Gesucht werden österreichweit Rekonvaleszentenspender. Damit sind Menschen gemeint, die eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht haben. Besonders gefragt sind jene, die hoch fieberhafte Krankheitsverläufe hatten. Warum? „Personen, die schwer erkrankt waren und wieder gesund sind, haben eine große Menge an Antikörpern gebildet. Außerdem rufen wir besonders Männer dazu auf, zu helfen“, erklärt Ursula Kreil, Transfusionsmedizinerin vom Österreichischen Roten Kreuz.

Solange es Neuinfektionen gebe, könne der Einsatz von Rekonvaleszentenplasma Leben retten. Denn wenn es zu einem neuerlichen Anstieg an Covid-19-Erkrankungen kommt, helfen diese Spenden Schwerkranken, die selbst nicht ausreichend oder nicht in guter Qualität Antikörper bilden können, die Erkrankung zu überwinden. „So sind wir für eine zweite Welle gerüstet“, sagt Kreil.

Bis dato wurden alleine in der Blutspendezentrale des Roten Kreuzes für Wien, Niederösterreich und Burgenland rund 300 Rekonvaleszentenspenden durchgeführt und 20 Patienten damit versorgt. In Tirol kann bei der Blutbank der Universitätsklinik Innsbruck gespendet werden. Generell, so heißt es seitens der Experten, sollten sich Covid-19-Genesene mit Antikörpern aber künftig nicht für unverwundbar halten. Denn allein das Vorhandensein von Antikörpern ist keine Garantie für einen Schutz – es braucht eine bestimmte Qualität so genannter neutralisierender Antikörper.

Werden Antikörper gemessen, wird deshalb medizinisch überprüft, ob diese neutralisierend sind. Die Wissenschaft kann noch nicht beantworten, wie lange diese Antikörper halten. Immer mehr Studien zeigen, dass diese nach einer Covid-19-Infektion wieder rasch abfallen können. Nicht jeder, der eine Infektion hatte, ist geschützt.

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Spenden können Männer sowie Frauen (die noch nie schwanger waren), die 14 Tage beschwerdefrei sind. Der Grund, warum Mütter nicht spenden können, ist, dass Frauen im Rahmen von Schwangerschaften zusätzliche Antikörper bilden können, die in bestimmten Fällen für Empfänger von Plasma unverträglich sind, erklärt Kreuz. (lipi)


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