Weiter Ärger über Tourismusumfrage im Brixental

Die Initiative Tourismus Brixental verteidigt ihre Umfrage und spricht von einer hohen Unzufriedenheit mit der Arbeit des TVB. Der Leiter der Tourismusabteilung im Land, Gerhard Föger, verurteilt die Methoden.

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So idyllisch wie hier am Bild mit dem Sonnenuntergang in Kirchberg geht es im Ort momentan nicht zu.
© Stolz

Von Michael Mader

Kirchberg i. T. – Beim Tourismusverband Kitzbüheler Alpen – Brixental wird mit harten Bandagen gekämpft. Wie exklusiv berichtet, haben Obmann Alexander Aigner, dessen Stellvertreter Jakob Lenk und Geschäftsführer Max Salcher Alarm geschlagen, weil ihnen Anrufer berichtet hatten, dass im Namen des TVB eine Umfrage durchgeführt werde, in der komische Fragen gestellt würden. Nur – die Verantwortlichen beim TVB wussten nichts davon und sprachen von einem illegalen „Dirty Campaigning“.

Nach Recherchen der Tiroler Tageszeitung stellte sich schließlich Willi Steindl als Sprecher der Initiative Tourismus Brixental heraus und gab zu, über die Innsbrucker Beratungsfirma von Thomas Ziegler die Umfrage beim market Institut Linz in Auftrag gegeben zu haben.

Steindl kann die Kritik nicht nachvollziehen. „Solche Befragungen haben weder etwas mit Dirty Campaigning zu tun noch sind sie illegal. Im Gegenteil. Gerade jetzt ist es wichtig, das Ohr bei den Betroffenen zu haben. Solche Umfragen zeigen völlig transparent und offen, in welchen Bereichen der Hut brennt. In anderen Regionen haben die Tourismusverbände selbst solche Initiativen ergriffen. Nachdem bei uns aber nichts dergleichen passiert ist, haben wir eben selber mit unseren eigenen Mitteln ein professionelles Marktforschungsinstitut mit der Umfrage beauftragt“, erklärt Steindl.

In der telefonischen Umfrage gehe es um die Frage, wie die Zusammenarbeit der Betriebe in der Region gestärkt und die Arbeit des Tourismusverbandes vor und während der Corona-Krise verbessert werden kann.

Nach der Auswertung der Ergebnisse sollen diese bei Veranstaltungen in den jeweiligen Gemeinden präsentiert und diskutiert werden. Laut Steindl weisen die derzeit vorliegenden Rohdaten darauf hin, dass sich viele Mitgliedsbetriebe bei der jetzigen Krisenbewältigung völlig alleine gelassen fühlen: „Es gab vor und während des Lockdowns viel zu wenig Kommunikation. Deshalb ist die Unzufriedenheit im TVB sehr hoch. Da haben wir dringenden Handlungsbedarf und müssen jetzt gemeinsam die richtigen Schritte für die Zukunft setzen.“

„Es ist guter Brauch und bewährte Sitte, dass im Vorfeld einer TVB-Neuwahl ein Wettbewerb der touristischen Ideen, Programme und auch der Personen stattfindet“, sagt Gerhard Föger, Leiter der Tourismusabteilung im Land.

Es habe sich ebenso bewährt, dass dieser Wettbewerb mit Haltung und offenem Visier stattfinde. „Dazu gehört, dass man sich klar deklariert und keinen Zweifel daran lässt, wer man denn eigentlich ist. Im aktuellen Fall der umstrittenen Umfrage des market-Instituts hat man diese Gepflogenheit über Bord geworfen, seine Identität verschleiert und gegenüber den Befragten den Eindruck erweckt, man wäre der offizielle Tourismusverband. Dem Auftraggeber der Umfrage sowie auch dem Institut selbst ist der Vorwurf zu machen, hier nicht mit offenen Karten gespielt und im Zuge der Umfrage auch Halbwahrheiten kolportiert zu haben. Wenn dieser Stil einkehrt, dann gute Nacht“, sagt Föger.

Obmann Aigner, der für Herbst eine neue junge Liste mit 50 Prozent Frauen präsentieren möchte, ist froh, dass nun herausgekommen sei, wer dahintersteckt: „Mit einem 8-Millionen-Euro-Budget gehört sorgsam umgegangen“, behauptet Aigner, dass Paul Steindl damals als Vorsitzender des Ortsausschusses in Kirchberg für seinen Sohn ein 50.000-Euro-Sponsoring für dessen Motorsportkarriere lockergemacht habe.


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