Tirols Öffi-Betreiber wollen Strafen für Maskenmuffel

Nach den ÖBB prüfen nun auch Verkehrsverbund Tirol und Innsbrucker Verkehrsbetriebe Geldstrafen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht.

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Weil die Bereitschaft, in den Öffis Masken zu tragen, abnimmt, sollen jetzt Strafen eingeführt werden. (Symbolfoto)
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Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Die aktuelle Fassung der Covid-19-Lockerungsverordnung lässt keine Fragen offen: „Im Massenbeförderungsmittel ist gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten und eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung zu tragen.“ Und trotzdem hat in den vergangenen Wochen die Maskenmoral bei den Öffi-Nutzern deutlich nachgelassen, wie ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair bestätigt: „Ja, wir haben eine Zunahme von Beschwerden über Fahrgäste, die keine Masken tragen, festgestellt.“ Aus diesem Grund haben die ÖBB, wie berichtet, ihre Beförderungsbedingungen überarbeitet und damit die Basis dafür geschaffen, bei uneinsichtigen Kunden mit Verstößen gegen die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht (MNS) ein Bußgeld von 40 Euro verhängen zu können.

Während also bei den Österreichischen Bundesbahnen ab Montag gestraft wird, steht die Verhängung von Geldbußen beim Verkehrsverbund Tirol (VVT) und bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) noch auf dem Prüfstand. „Eine Entscheidung über Strafen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht wird in der nächsten Woche fallen“, sagt Harald Jösslin, Betriebsleiter der IVB, und macht gleichzeitig kein Geheimnis daraus, dass das Ziel ebenfalls eine Änderung der Beförderungsbedingungen ist. Man stehe in engem Kontakt mit dem Verkehrsverbund Tirol und koordinie­re die notwendigen Schritte, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für Strafen zu schaffen, so Jösslin.

Etwas zurückhaltender zeigt man sich noch beim VVT: Bezüglich der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in den Öffis appelliere man zuallererst stark an die Eigenverantwortung der Fahrgäste, die von der Bundesregierung vorgeschriebene MNS-Pflicht in den Öffis einzuhalten. Zudem sehe man sich in der Verantwortung, einen verstärkten Fokus auf die Sensibilisierung und Information der Fahrgäste zu diesem Thema zu legen. In den kommenden Wochen werde es auch wieder verstärkt Ticketkontrollen im Regionalverkehr geben, wobei das Personal dazu angewiesen wurde, auch auf die Einhaltung der MNS-Pflicht aufmerksam zu machen. „Außerdem prüfen wir gerade, welche Möglichkeiten es darüber hinaus für das Kontrollpersonal gibt, beispielsweise im äußersten Fall eine Geldstrafe zu verhängen oder Fahrgäste, welche absolut keine Einsicht zeigen und keinen MNS tragen möchten, von der Fahrt auszuschließen“, sagt VVT-Pressesprecherin Stefanie Kozubek.

Thomas Lintner, ÖBB-Betriebsratsvorsitzender der Zugbegleiter für Tirol und Vorarlberg, sieht in der Einführung von Strafen eine seiner zentralen Forderungen erfüllt. Er habe in den vergangenen Wochen mehrmals auch schriftlich bei der Unternehmensführung auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass Zugbegleiter bei Verstößen strafen können sollen. Nicht gelöst sei damit allerdings das Problem der aggressiven Fahrgäste, denen die Zugbegleiter ausgesetzt seien. Lintner berichtet von Fällen, bei denen Kollegen von Maskenverweigerern beschimpft, getreten, geschlagen und bespuckt wurden. „Die ÖBB haben die Präsenz von Security in den Zügen sicherzustellen, um die Mitarbeiter zu schützen“, fordert Lintner. Aus Kostengründen seien vor gut einem Jahr die mitfahrenden Sicherheitskräfte abgezogen worden und würden seitdem nur noch in den Nightlinern eingesetzt, kritisiert der Betriebsrat.

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