Keine Jubiläumsgabe: Wenn nicht die Liebe, sondern die Nation zählt

Günter und Elisabeth Lackner sind seit 50 Jahren verheiratet und haben sich bezüglich der Jubiläumsgabe im Innsbrucker Rathaus gemeldet. Doch weil sie Schweizerin ist, bekommt das Paar kein Geld.

Elisabeth und Günter Lackner bei der Hochzeit 1970.
© Lackner

Innsbruck – Günter und Elisabeth Lackner feierten heuer die „Goldene Hochzeit“. Sie sind seit 50 Jahren verheiratet und haben sich bezüglich der Jubiläumsgabe (750 Euro) im Innsbrucker Rathaus gemeldet. Nach Corona-bedingten Verzögerungen kam die Enttäuschung: „Die Jubiläumsgabe wurde abgelehnt, da meine Frau Schweizerin und keine EU-Bürgerin ist“, so Lackner. „Ich habe die Schweizer Botschaft in Wien angerufen, um mich zu versichern, dass die Schweiz mit bilateralen Verträgen der EU gleichgestellt ist.“ Und weiter: „Mir geht es weniger ums Geld als darum, dass die Liebe zählen muss und nicht die Nation.“

Er habe seine Frau im Oktober 1969 nach Innsbruck geholt, nachdem sie sich im Winter zuvor in Zermatt kennen gelernt hatten. 1970 haben sie geheiratet, seither leben sie gemeinsam in Innsbruck, seit 40 Jahren in Arzl. „Meine Frau hat hier bis zur Pension in einer Apotheke gearbeitet und alle Sozialabgaben geleistet. Wir haben zwei Kinder und drei Enkel, die alle hier geboren sind“, führt der wehrhafte Jubilar aus.

Laut Petra Kodera, Bürgermeister-Büro, hat die Stadt nur die Aufgabe zu überprüfen, ob die Ehe aufrecht ist, und den Antrag weiterzuleiten. Gesetzlich sei festgehalten, dass die Ehepartner EU-Bürger sein und seit 25 Jahren in Tirol leben müssen. Die Sache liege beim Land. Die Zuständigen sind erst wieder am Montag erreichbar. (pla)

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