Campus Technik Lienz: „Wir brauchen mehr Studierende“

Am Campus Technik Lienz wird morgen eine Initiative gestartet, um das Mechatronik-Studium attraktiver zu machen. Nach Kritik des Landes garantieren UMIT und Universität Innsbruck für den Standort.

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© Brunner Images | Philipp Brunner

Von Catharina Oblasser

Lienz – Seit Herbst 2016 wird in Lienz ein Bachelor-Studium im Fach Mechatronik angeboten. Die UMIT und die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck sind die Träger, mittlerweile verfügt die Osttiroler Bezirkshauptstadt auch über einen hochmodernen, architektonisch eindrucksvollen Campus-Bau.

Zuletzt gab es Unstimmigkeiten über die schwache Auslastung – die TT berichtete. So hat der Campus aktuell 21 Studierende und fünf Doktoranden. Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf sieht das kritisch. Sie würdigt zwar die sehr gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen technischer Forschung und regionalen Unternehmen, verlangt aber eine strategische Neuausrichtung des Standorts. Immerhin sind bis heute über sieben Millionen Euro Landesgeld für das Projekt „Universitätsstudium in Osttirol“ geflossen. Die NEOS hatten sogar ein Aus für den Campus Lienz gefordert.

Vor Ort gibt es nun einen Schulterschluss von Uni-Vertretern, führenden Unternehmen, Wirtschaftskammer und Politik. Von einem Aus könne keine Rede sein, so der Tenor. „Der Standort ist auch für die nächsten Jahre garantiert“, stellen UMIT Tirol und Universität Innsbruck unisono klar. Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) attestiert dem Campus hervorragende Arbeit. Blanik: „Man muss einer jungen Bildungseinrichtung – der Campus besteht seit 2016 – auch Zeit geben.“ Massive Unterstützung erhält der Uni-Standort von der Osttiroler Wirtschaft. Andreas Kraler, Geschäftsführer der Hella Sonnen- und Wetterschutztechnik, sagt: „In der Symbiose zwischen Wirtschaft und Forschung liegt der Schlüssel für regionale Entwicklung. Der Campus Lienz erfüllt diese Brückenfunktion für Osttirol. Aus diesem Grund wäre es kurzsichtig, diese wichtige Institution unnötig aufs Spiel zu setzen.“ Michaela Hysek-Unterweger, Obfrau der Lienzer Wirtschaftskammer, bezeichnet Querschüsse gegen den Campus als unverantwortlich, weil sie letztlich der Wirtschaft in der Region schaden würden.

Dass sich etwas ändern muss, ist aber allen klar. „Wir wollen und brauchen mehr Studierende am Institut. Dieser Verantwortung stellen wir uns“, erklärt Fadi Doh­nal, wissenschaftlicher Leiter des Campus Lienz. „Dass ein junger Studienort laufend adaptiert werden muss, liegt in der Natur der Sache. Aktuell befinden wir uns in einem offenen Prozess der Weiterentwicklung. Dieser soll in enger Abstimmung mit der regionalen Wirtschaft den Campus Technik Lienz für die Studierenden attraktiver machen.“

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Morgen Dienstag startet eine Initiative in diese Richtung. Beteiligt sind UMIT und Uni Innsbruck, das Land, die Stadt Lienz, die Standortmarketing-Agentur Innos, große Firmen und die Wirtschaftskammer Osttirol (WKO). Letztlich gehe es auch darum, ein adäquates Hochschulkonzept für den ländlichen Raum vorzulegen, sagt Reinhard Lobenwein von der WKO.


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