„Menschen denken oft zu spät an Pflege“

SeneCura ist Österreichs größter privater Pflegeheim-Betreiber mit 7500 Betten in insgesamt 85 Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und hat 5000 Beschäftigte. Der Betreiber zieht eine positive Tirol-Bilanz.

SeneCura hat sieben Standorte in Tirol (im Bild Achenkirch).
© senecura

Innsbruck – Den Umgang mit Infektionen sei man schon lange gewöhnt, die Corona-Pandemie habe aber gerade auch die Pflege vor große Herausforderungen gestellt. „Österreich hat das bisher ausgezeichnet gemeistert“, sagen SeneCura-Vorstand Markus Schwarz und der Regionaldirektor für Tirol und Vorarlberg, Wolfgang Berchtel.

SeneCura ist Österreichs größter privater Pflegeheim-Betreiber mit 7500 Betten in insgesamt 85 Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und hat 5000 Beschäftigte. Weiter dazu gehören 80 Häuser in Tschechien, Slowenien und der Schweiz. SeneCura ist Teil der französischen Orpea-Gruppe mit 1014 Pflege- und Gesundheitseinrichtungen in 22 Ländern bis nach Südamerika und Asien. In Tirol betreibt man mit Haiming, Oetz, Eben, Achenkirch, Kirchberg und zwei in Schwaz sieben Einrichtungen (295 Betten und 287 Mitarbeiter). Möglichst bald kommen soll die Kinder-Reha mit 36 Plätzen in Wiesing.

„Wir hatten in unseren Tiroler Häusern unter den Bewohnern keine Erkrankungsfälle, im ersten Halbjahr hatten wir heuer sogar eine Untersterblichkeit“, so Schwarz. Das sei neben den hohen Covid-Sicherheitsstandards („Wir haben bereits seit Wochen eine eigene Warn-Ampel“) wohl auch auf die wochenlangen Besuchsverbote zurückzuführen. Mit der Umsetzung der Corona-Maßnahmen seien laut einer Umfrage trotzdem 97 Prozent zufrieden gewesen. Den Kontakt zu den Angehörigen habe man neben Videotelefonie und Skype auch mit Briefeschreiben oder Fotos aufrechterhalten, sagt Berchtel. Mittlerweile sind auch alle Kur- und Reha-Betriebe wieder in Betrieb. Angeboten werden am Semmering spezielle Lungen-Rehas für Covid-geschädigte Patienten.

Pflege sei ein großes aktuelles und noch größeres Zukunftsthema. Viele würden sich zu spät mit dem Thema beschäftigen. „Es braucht mehr Bewusstsein. Sich zu informieren, sollte bis spätestens Ende 60 erfolgen und nicht erst Ende 70“, so Schwarz. Es gebe viele Formen bis hin zum betreuten Wohnen oder Hilfsmodellen für pflegende Angehörige.

Geworben wird um Personal, etwa auch im Tourismus, bei Studenten oder in der Landwirtschaft – mit Ausbildung, Jobgarantie und flexiblen Modellen. Die Pflege sei fordernd, aber auch sehr schön und gut bezahlt. (va)


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