Tuberkulose-Fall in Kufsteiner Bordell: Land startet Aufruf

Bei einer Frau in Kufstein ist eine offene Tuberkulose diagnostiziert worden. Da die Frau an mehreren Tagen im Bordell/Club in der Festungsstadt tätig war, startete das Land Dienstagabend einen öffentlichen Aufruf.

Kufstein – Mit einem öffentlichen Aufruf und der Aufforderung, dass Kontaktpersonen ihren Gesundheitszustand beobachten sollen, haben es die Bezirkshauptmannschaften 2020 öfter zu tun. Doch der Aufruf, der am Dienstagabend vom Land Tirol verbreitet wurde, steht nicht mit Corona in Zusammenhang. Bei einer Frau in Kufstein wurde eine offene Tuberkulose diagnostiziert. Pikant: Die Frau arbeitet in einem Bordell.

An mehreren Tagen in Bordell gearbeitet

Da die Frau laut der Gesundheitsbehörde jedenfalls vom 3. bis 5. Juli 2020 und möglicherweise auch am 7. Juli 2020 im Bordell/Club in Kufstein-Stadt tätig war, wurde der öffentliche Aufruf notwendig. Personen, die im genannten Zeitraum das Bordell besuchten und näheren bzw. intimen Kontakt mit dort tätigen Damen hatten, sollen, so der Aufruf, „ihren Gesundheitszustand beobachten“.

Zudem verweist die Gesundheitsbehörde darauf, dass ein Lungenfacharzt bzw. eine Lungenfachärztin konsultiert werden kann, um eine allfällige Ansteckung ohne Auftreten von Krankheitssymptomen frühzeitig zu erkennen. „Umgebungsuntersuchungen im persönlichen Umfeld und am Arbeitsplatz werden vonseiten der Gesundheitsbehörde vorgenommen. Ein frühzeitiges Erkennen ist durch eine entsprechende medizinische Untersuchung, welche aus einem Lungenröntgen und einem Bluttest besteht, möglich. Auch wenn die Anonymität gerade in diesem Bereich sehr sensibel ist, appellieren wir an die möglichen Kontaktpersonen, auf sich zu achten und gegebenenfalls eine ärztliche Expertise einzuholen“, sagte Kufsteins Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer in einer Aussendung. (TT)

Über Tuberkulose

Tuberkulose ist eine der weltweit häufigsten, in der Regel heilbaren Infektionserkrankungen und befällt meistens die Lunge. Eine offene Tuberkulose wird durch Tröpfcheninfektion wie etwa beim Husten von Mensch zu Mensch übertragen.

Zu typischen Symptomen zählen länger anhaltender Husten (über zwei Wochen), welcher mit oder ohne Auswurf vorliegen kann – auch Blut kann im Auswurf enthalten sein. Zudem kann Appetitmangel, Gewichtsverlust, leichtes Fieber und vermehrtes, nächtliches Schwitzen sowie allgemeine Müdigkeit bestehen.

Grundsätzlich kann das Immunsystem bei 90 Prozent der Infizierten den Erreger selbst kontrollieren und kapselt diesen ab.


Kommentieren


Schlagworte