80 Tiroler Milizsoldaten kehren in den Alltag zurück

Nach zwei Monaten im Grenzschutz am Brenner beendete nun die 2. Kompanie des Jägerbataillons Tirol ihren Einsatzdienst während Corona.

Militärkommandant Ingo Gstrein (l.) verlieh den Milizsoldaten in Absam die Einsatzmedaille.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Absam – In Reih und Glied standen sie gestern da. Der Stolz und ein Stück weit auch Erleichterung stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Zwei Monate lang haben sie während der Corona-Krise ihr Bestes gegeben. Haben ihre Arbeitskleidung gegen eine Uniform getauscht und dort geholfen, wo sie gebraucht wurden. Die 80 Milizsoldaten der 2. Kompanie des Jägerbataillons Tirol wurden am 19. Mai zur Ablöse von Einsatztrupps einberufen.

Ingo Gstrein
(Militärkommandant): „Ohne die Miliz wären die Einsätze des Bundesheeres in dieser schwierigen Zeit in dieser Art nicht möglich gewesen.“
© Fankhauser

„Ohne die Miliz wären die Einsätze des Bundesheeres in dieser schwierigen Zeit in dieser Art nicht möglich gewesen. Die Soldaten haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie sich einbringen, und dabei viel Engagement gezeigt“, lobte Tirols Militärkommandant Ingo Gstrein gestern die 80 Milizsoldaten bei einem Festakt. Es sei „völlig selbstverständlich“, dass die Soldaten in so einer Situation zur Verfügung stünden und sich in den verschiedenen Bereichen, wie Grenzschutz, Unterstützung im Lebensmittelhandel oder Schutz kritischer Infrastruktur, einbringen. Gemeinsam mit Landtagsvizepräsident Anton Mattle verlieh er den Milizsoldaten in der Andreas-Hofer-Kaserne in Absam die Einsatzmedaille.

Die Freude war den Milizsoldaten anzusehen. Einerseits, weil sie ihren Dienst wieder beenden konnten, andererseits, weil sie viel Lob und Anerkennung für ihren Einsatz erhalten haben. „Das war schon nicht immer ganz einfach. Aber wir waren echt ein super Trupp“, sagte einer der Soldaten nach der Ehrung. Ein anderer meinte: „Als Maurer zack an den Brenner zum Grenzschutz berufen zu werden, war schon eine krasse Änderung im Alltag. Aber durch die eins a Kameradschaft war es echt eine super Zeit.“ Vom Bauingenieur, Unternehmensberater bis hin zum Juristen oder Elektrotechniker waren querbeet viele Berufsgruppen unter den 80 Milizsoldaten vertreten. Genau das war laut Militärkommandant Gstrein teils ein großer Pluspunkt: „Sie haben neue Ideen eingebracht und mancher konnte auf seine Expertise im Zivilberuf zurückgreifen und einen wertvollen Beitrag leisten.“

Bei ihrem Assistenzeinsatz waren die Männer des Milizjägerbataillons Tirol hauptsächlich beim Grenzschutz am Brenner tätig. Gegen Ende ihres Dienstes waren sie zudem in Sillian und am Reschenpass zur Unterstützung eingeteilt. Dafür war auch Landespolizeikommandant Engelbert Kohler dankbar. „Der oftmals gerühmte Zusammenhalt zwischen Bundesheer und Polizei wird bei uns in Tirol schon lange ganz selbstverständlich gelebt. Wir können uns immer aufeinander verlassen und das hat sich in dieser Krisenzeit bewährt“, sagte Kohler beim Festakt, der von der Militärmusik Vorarlberg unter der Leitung von Kapellmeister Wolfram Öller umrahmt wurde.


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