Landwirtschaftsministerium plant Info-Offensive für Wanderer

Ministerium, Bauern und Tourismus wollen auf die Eigenverantwortung von Alm-Besuchern plädieren. Auch ein Gütesiegel für Almprodukte ist geplant.

Kaum Respekt vor dem Weidevieh und fragwürdige Internet-Challenges: Immer wieder kommt es auf Almen zu gefährlichen Zwischenfällen.
© APA/BARBARA GINDL

Wien, Innsbruck – Noch ist es nicht bei allen angekommen, dass Österreichs Almen weder ein Streichelzoo noch eine Müllkippe sind. Landwirtschaftsministerium, Bauernvertreter sowie Funktionäre von Tourismus und alpinen Vereinen haben deshalb gestern bei einer Gesprächsrunde in Wien beschlossen, eine Informations­offensive für Wanderer zu starten. Nicht zum ersten Mal soll damit versucht werden, auf die richtige Verhaltensweise auf Almen aufmerksam zu machen. Ebenfalls beschlossen wurde die Einführung eines neuen Gütesiegels speziell für Almprodukte.

Reisen in ferne Länder seien wegen der Corona-Krise schwierig, weshalb es heuer besonders viele Menschen in die Berge treibe, sagte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) im Anschluss an die Aussprache. „Das freut uns, nur gibt es leider auch vermehrt Zwischenfälle, die uns mit Sorge erfüllen.“ Köstinger spielte dabei auf gefährliche Situationen zwischen Hunden und Mutterkühen an. Aber auch Internet-Challenges, bei denen Kühe erschreckt oder Kinder auf Kälber gesetzt werden, „haben die Almwirtschaft mehrere Wochen verunsichert“. In Kooperation mit Gemeinden und Tourismusverbänden solle der Bekanntheitsgrad der bereits im vergangenen Jahr präsentierten zehn Verhaltensregeln für Besucher auf Almen gesteigert werden, gelobte die Ministerin.

„Die Verhaltensregeln müssen in jedem Hotel aufliegen“

Zudem sollen die Tourismusbranche und die Almwirtschaft in Zukunft enger zusammenarbeiten. Dafür setzte sich Erich Schwärzler, Bundesobmann der Almwirtschaft Österreich, ein. „Die Verhaltensregeln müssen in jedem Hotel aufliegen.“ Ebenso sei zu diskutieren, ob alle Wanderwege richtig angelegt seien. „Wenn ein Wanderweg mitten durch eine Kuhherde führt, dann muss es möglich sein, diesen unkompliziert zu verlegen.“

An dem Gespräch nahm auch Josef Lanzinger teil, Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereins. Er lobte besonders die geplante Einführung eines Gütesiegels, das Produkte als gesichert auf Almen hergestellt ausweisen soll. Dies sei eine längst überfällige Wertschätzung gegenüber den Almbauern, „die da oben harte Arbeit leisten. Das wird uns in den kommenden Jahren stark helfen, unsere Erzeugnisse besser zu vermarkten.“ (bfk, APA)


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