Esther Stocker: In Aluminium gegossene Idee

Mit einer Knitterskulptur erinnert Esther Stocker an ein nicht realisiertes Festspielhaus.

Nicht Papier, sondern Aluminium: Esther Stockers Arbeit kreist um das ständige Weitertragen einer Idee.
© APA

Salzburg –Wie zerknülltes Papier liegt eine große Metall­skulptur am Rand einer Wiese auf dem Salzburger Mönchsberg. Dort, wo 1890 ein erstes Opernhaus für Mozart-Festspiele entstehen hätte sollen. Die Skulptur der Südtiroler Künstlerin Esther Stocker ist Teil des Kunstprojektes „Der Traum von einem Feentempel“, das anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Festivals an nicht realisierte Festspielhäuser erinnert.

Die Arbeit von Esther Stocker ist eine von insgesamt vier Interventionen an Standorten, für die in Salzburg Festspielhäuser geplant worden waren. Der Standort auf dem Mönchsberg habe sie sofort angesprochen und inspiriert, erklärte Stocker bei der Präsentation ihrer Arbeit in Salzburg: „Mir gefällt der Kontrast von Natur und Kultur.“

Das „Papier“ – konkret drei Aluminiumblätter – zeigt eine überdimensionale Reproduktion einer Seite aus der Broschüre, mit der ein „Actions-Comite“ rund um die Salzburger Bürger Karl Demel und Eduard Bertel für den Bau des Festspielhauses warb. Stocker interessiere auch das ständige Weiterentwickeln der Idee um ein neues Festspielhaus, für sie stehe das Weitertragen auch für Kulturarbeit.

Die Künstlerin wurde bekannt mit ihren auf Schwarz-Weiß-Kontraste reduzierten Skulpturen, Sitzobjekte der heute in Wien lebenden Künstlerin sind etwa im Haus der Musik in Innsbruck zu finden.

20 „Platzanweiser“ mit Zitaten

Neben der Intervention von Stocker und des Brixleggers Werner Feiersinger, die bereits vergangene Woche der Öffentlichkeit präsentiert wurde, wurde gestern außerdem das Projekt von Norbert Mayr im Schlosspark von Hellbrunn und im Nashorngehege des angrenzenden Tiergartens enthüllt. Gemeinsam mit den Architekten Maria Flöckner und Hermann Schnöll hat Mayr die Intervention konzipiert: Mehr als 200 eingeschlagene Vermessungspflöcke und 20 „Platzanweiser“ mit Zitaten u. a. von Festspielmitbegründer Max Reinhardt erinnern an ein in den Jahren 1920 bis 1922 geplantes Festspielhaus.

Der Berliner Architekt Hans Poelzig fertigte damals die Entwürfe für ein Haus für 800 Zuseher sowie ein großes Haus für 2000 Zuseher in expressionistischer Bauweise. (TT, APA)


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