Nach Mattersburger Turbulenzen: WSG sieht „zweite Chance“

Die WSG Tirol tappt dieser Tage im Dunkeln. Durch die finanzielle Schieflage des SV Mattersburg tut sich für die aus der Fußball-Bundesliga abgestiegenen Wattener noch die Möglichkeit auf, die Klasse zu halten. Müssen die Burgenländer Konkurs anmelden oder verzichten freiwillig auf ein Antreten im Oberhaus, ist die WSG weiter erstklassig. In Wattens kommt darüber nur verhalten Freude auf.

„Wenn wir eine zweite Chance bekommen, nehmen wir sie gerne an. Auch wenn ich mich nicht freuen kann, wenn es wem anderen schlecht geht“, sagte Stefan Köck im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Der Sportdirektor der WSG will eines betont wissen: „Wir haben nach dem entscheidenden Spiel der Admira gratuliert, haben uns mit Anstand aus der Bundesliga verabschiedet. Wir sind sportlich abgestiegen, das gilt es festzuhalten.“ Nun ist in Tirol aber Warten angesagt.

Die Turbulenzen um den Bankenskandal von Mattersburgs Geldgeber, der Commerzialbank Mattersburg, haben natürlich auch im Westen für Spekulationen gesorgt. Köck will sich daran nicht beteiligen. Natürlich sei die Planung jetzt „extrem schwierig“, erklärte der Sportchef. Transfers können aktuell keine getätigt werden. Der Kader für die 2. Liga umfasst derzeit fünf Akteure. 14 wären es, würde Wattens noch in der Bundesliga spielen. Die Verträge von arrivierten Spielern wie Zlatko Dedic oder Stefan Maierhofer würden sich verlängern. Derzeit sind sie vertragslos. Der davon ebenfalls betroffene Florian Rieder hat dem Vernehmen nach Interesse geweckt, ist im Fall eines Mattersburger Rückzugs aber an Wattens gebunden.

„Es ist schwierig für uns, schwierig für die Spieler“, meinte Köck dazu. „Wir sind nur Passagier. Was ich mir wünsche, ist schnellstmögliche Sicherheit für die Personalplanung zu haben.“ Bis Freitag hat die Liga die Frist für den SV Mattersburg angesetzt. Bis dahin müssen die Burgenländer beim Lizenzausschuss ihre finanzielle Situation darlegen. Die WSG hofft auf eine baldige Entscheidung.

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Der Trainingsstart im Fall des Klassenerhalts wäre jedenfalls für (den heutigen) Mittwoch festgelegt gewesen. Spielt der Verein wie gehabt in der 2. Liga, wurde der 3. August anvisiert. Bei einer Vorstandssitzung am Montag wurde beschlossen, für die zweithöchste Spielklasse zu planen. „Weil das der Ist-Stand ist“, so Köck. Er sprach trotzdem noch einmal von der „zweiten Chance“, die sich dem Verein eröffne.

Nach dem Abstieg will Wattens eine Neuausrichtung vorantreiben. Junge einheimische Kräfte sollen forciert werden, nachdem in der Winterpause mit Blick auf den Abstiegskampf vor allem Ü30-Profis geholt worden waren. Zudem steht die Rückkehr zur alten Heimstätte, dem Gernot-Langes-Stadion, und möglicherweise auch zum alten Clubnamen an. Bleibt die WSG in der Bundesliga, wird weiter im Tivoli-Stadion gespielt.


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