TVB-Geschäftsführerin Seiler: „Innsbrucks Tourismus hart getroffen“

Innsbrucks Tourismus droht heuer ein Minus von 60 Prozent. Für etliche Betriebe geht es laut Tourismusverband ums Überleben.

Innsbrucks Tourismus-Geschäftsführerin Karin Seiler.
© TVB/Blickfang

Innsbruck – Österreichs Tourismus fahre nach dem Lockdown seit Ende Mai sukzessive wieder hoch. Am massivsten und auch nachhaltigsten getroffen worden sei wegen des großflächigen Ausfalls von Flugreisen, Kongressen, Veranstaltungen und Gruppenreisen in jedem Fall der Städtetourismus, sagt Tourismusverband-Geschäftsführerin Karin Seiler gegenüber der TT. Im Regions- verband Innsbruck sind neben der Landeshauptstadt Innsbruck weitere 40 Gemeinden bis zum Mieminger Plateau, bis ins Kühtai oder im Mittelgebirge mit 19.000 Gästebetten (davon 7500 in Innsbruck) vereint.

Anders als im Winter sei die Region mit zuletzt 1,86 Mio. Nächtigungen im Sommer Tirols Nummer eins gewesen. Umso dramatischer seien jetzt die Corona-Auswirkungen. Im Juni gab es in der Stadt Innsbruck ein Nächtigungsminus von fast 73 Prozent. In Wien mit 88 Prozent oder in Salzburg mit 79 Prozent waren die Einbrüche noch dramatischer. Momentan liege die Auslastung in der Stadt bei 25 bis 30 Prozent, einzig Wellness und Campingplätze seien annähernd voll. Vielfach werde sehr kurzfristig gebucht. Wenn Gäste kommen, bleiben sie oft auch drei bis vier Nächte, sagt Seiler.

Man habe das Werbevolumen vor allem für den gesamten deutschsprachigen Raum von 400.000 auf 1,4 Mio. Euro mehr als verdreifacht. Geworben werde mit dem Mix aus Stadtleben und der nahen alpinen Natur. Seiler rechnet trotz aller Bemühungen heuer mit einem Minus von 50 Prozent in der Verbandsregion und sogar von 60 Prozent in Innsbruck. Die Situation sei sehr schwierig, für etliche Unternehmen gehe es heuer ums wirtschaftliche Überleben. Auch die Zahl der Airbnb-Wohnungen sei wegen der schärferen Regeln deutlich gesunken.

Mittelfristig werde Innsbruck auf den Erfolgskurs zurückfinden. Das zeige auch die Ankündigung von Motel One sowie Radisson RED, 2022 und 2023 mit zusammen 760 Betten zu eröffnen. (va)

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