Peter Paal: „Der Berg ist und bleibt gefährlich“

Laut Peter Paal, dem neuen Präsidenten des Kuratoriums für Alpine Sicherheit, können acht von zehn Unfällen verhindert werden.

Wandern ist Volkssport – auch für ältere Menschen. Deshalb gibt es immer häufiger Zwischenfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Problemen.
© APA/BARBARA GINDL

Innsbruck – Frischer Wind weht im Kuratorium für Alpine Sicherheit. Karl Gabl, der 16 Jahre lang dessen Präsident war, wurde von Peter Paal abgelöst. Der 46-jährige gebürtige Südtiroler ist Primar der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Krankenhaus Barmherzige Brüder, einem Lehrkrankenhaus der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. Zu Beginn seiner Amtsperiode kündigt er im Gespräch mit der TT an, noch stärker auf Information zu setzen.

Denn „acht von zehn Unfällen im Gebirge sind vermeidbar. Die meisten passieren durch menschliches Versagen“, sagt Paal, der ausgebildeter Bergrettungsarzt ist und zu alpiner Notfallmedizin und Unterkühlung bei Lawinenopfern geforscht hat. Der neue Präsident des Kuratoriums will alle Kommunikations-Optionen ausnützen, um auf die Tücken des Bergsportes hinzuweisen – auch und besonders im Internet. „Damit auch möglichst viele davon profitieren. Wir dürfen nicht vergessen, dass jedes Jahr neue Jugendliche diese Leidenschaft für sich entdecken, vieles aber noch nicht wissen“ und Umgang mit Material oder Gelände erst erlernen müssten.

„Meist passieren beim Wandern keine klassischen Unfälle, sondern es treten Herz-Kreislauf-Probleme auf" sagt Peter Paal, Präsident Kuratorium Alpine Sicherheit.
© Alpine Sicherheit

Die Arbeit seines Vorgängers will Paal damit aber keinesfalls kleinreden. „Sie war gut, darauf wollen wir aufbauen. Es werden sich keine Revolutionen, sondern nur graduelle Verbesserungen abspielen.“ Als Aufgabe des Kuratoriums sieht der 46-Jährige hauptsächlich die Präventionsarbeit. Ein spezielles Augenmerk wolle er in naher Zukunft auf drei immer beliebter werdende Berg-Disziplinen richten: „Zum einen ist da das E-Biking. Beim Klettern und Bouldern gilt es zu verhindern, dass ob falscher Griff-Techniken chronische Verletzungen entstehen.“ Und dann sei da noch der Volkssport Wandern, der immer mehr von älteren Menschen leidenschaftlich betrieben werde. „Meist passieren dabei keine klassischen Unfälle, sondern es treten Herz-Kreislauf-Probleme auf.“

Der neue Kuratoriums-Präsident hat für Tirols und Österreichs Bergsportler aber auch Lob übrig. „Vieles läuft schon richtig.“ So habe sich beispielsweise die Zahl der Tourengeher in jüngster Vergangenheit vervielfacht, jene der Lawinentoten sei aber in etwa gleich geblieben. „Das liegt nicht daran, dass die Medizin besser geworden ist, sondern an besserer Ausrüstung und einem gestiegenen Risikobewusstsein. Nichtsdestotrotz ist und bleibt der Berg gefährlich.“ Und darauf müsse laut Paal auch immer wieder und mit Nachdruck hingewiesen werden. (bfk)


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