Mehr als vier Millionen Corona-Infizierte in den USA

In den USA haben sich inzwischen mehr als vier Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Wie aus einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagabend (Ortszeit) hervorging, wurden binnen 24 Stunden mehr als 76.000 neue Infektionsfälle registriert. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen in den USA auf 4.032.430.

Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität um 1225 auf insgesamt mehr als 144.000 Fälle. Erst am 8. Juli war in den USA die Marke von drei Millionen nachgewiesenen Infektionen überschritten worden. In nur gut zwei Wochen kamen damit eine Million Fälle hinzu.

Rekordwerte wurden indes aus Mexiko vermeldet. Mehr als 8.400 neue Infektionsfälle seien hinzugekommen, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Landesweit wurden damit inzwischen mehr als 370.000 Corona-Fälle nachgewiesen.

Auch in Brasilien breitet sich das Virus weiter in rasanter Geschwindigkeit aus. Am Donnerstag meldete das Gesundheitsministerium in Brasília mit mehr als 59.961 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Davon offenbar unbeeindruckt zeigte sich der nach eigener Aussage mit dem Coronavirus infizierte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro: Er soll mit dem Motorrad auf dem Gelände seiner Präsidentenresidenz spazieren gefahren und sich ohne Maske mit Angestellten unterhalten haben, die dort arbeiteten. Dies berichteten brasilianische Medien.

Zu einem neuen Ausbruch kam es offenbar in nordostchinesischen Stadt Dalian. Wie die staatliche Zeitung „Global Times“ am Freitag berichtete, stellten die Behörden zwei neue Erkrankungen fest, sowie 15 Infektionen, bei denen keine Symptome erkennbar waren. Dem Bericht zufolge sind es die ersten Infektionen in der Stadt seit 111 Tagen.

In Frankreich nimmt die Zahl der neu gemeldeten Fälle ebenfalls wieder zu. Es handle sich nun um einen Anstieg in der dritten Woche in Folge, teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit. Frankreich zählte am Donnerstag erstmals seit einigen Woche wieder mehr als 1000 gemeldete Conrona-Fälle innerhalb von 24 Stunden.

In Belgien ist ein dreijähriges Mädchen an einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. „Diese Nachricht berührt uns alle tief“, sagte Boudewijn Catry von den belgischen Gesundheitsbehörden. Es sei selten, dass junge Menschen an der Krankheit sterben. Der Fall zeige aber, dass niemand davor sicher sei. Das Mädchen hatte nach Behördenangaben „ernste“ Vorerkrankungen.

Catry warnte die Bevölkerung vor mangelnder Vorsicht: 85 Prozent der Neuinfektionen in der vergangenen Woche seien bei unter 60-Jährigen festgestellt worden.

Nach Behördenangaben sterben in Belgien derzeit durchschnittlich drei Menschen pro Tag an Covid-19. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen pro Woche um 89 Prozent gestiegen. Pläne zur Lockerung der Corona-Maßnahmen im August wurden vorerst verschoben. Insgesamt haben die belgischen Behörden bisher rund 65.000 Infektionen festgestellt.

In Russland infizierten sich insgesamt mehr als 800.000 Menschen nachweislich mit dem Virus. In den vergangenen 24 Stunden kamen im ganzen Land rund 5.800 neue Fälle hinzu, wie die Behörden am Freitag in Moskau mitteilten. Nur die USA, Brasilien und Indien verzeichnen mehr Fälle als das Riesenreich.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Russland liegt seit geraumer Zeit in dieser Größenordnung. Die Hauptstadt Moskau ist mit rund 600 neuen Coronafällen pro Tag noch immer der Hotspot in Russland. In der Metropole mit geschätzten 15 Millionen Einwohnern gab es in den vergangenen Monaten strenge Ausgangsbeschränkungen, was die Zahlen drückte. Die Vorschriften wurden jedoch weitgehend aufgehoben.

Im ganzen Land starben bisher nach offiziellen Statistik mehr als 13.000 Menschen mit dem Virus. Das ist im Vergleich zu anderen Länder relativ wenig. In den USA mit mehr als vier Millionen Coronafällen gibt es nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität rund 145.000 Tote. Immer wieder gab es Berichte über geschönte Corona-Statistiken in Russland. Behördenvertreter wiesen dies jedoch vehement zurück.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dämpfte indes Erwartungen auf eine baldige Ausrottung des Virus. „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben“, sagte Nothilfekoordinator Mike Ryan am Donnerstagabend. „Wir werden in absehbarer Zukunft nicht in der Lage sein, das Virus zu beseitigen oder auszurotten.“ Vielmehr müssten die Menschen lernen, mit dem Virus zu leben und in eine gewisse Normalität zurückzufinden.

Das Regionalbüro der WHO zeigte sich besorgt über neue Corona-Infektionsherde in Europa. „Der jüngste Neuanstieg der Corona-Zahlen infolge der Lockerung von Abstandsregeln in einigen Ländern gibt sicherlich Anlass zur Sorge“, sagte eine WHO-Sprecherin am Freitag. Die WHO rief die Länder dazu auf, Hygiene- und Gesundheitsauflagen notfalls wieder zu verschärfen.

Beim Auftreten neuer Infektionsherde müsse schnell und gezielt eingegriffen werden, erklärte die Sprecherin. Betroffene müssten isoliert und deren Kontakte sorgfältig nachverfolgt werden. Falls die Situation es erfordere, müssten die Länder erneut verschärfte Corona-Auflagen erlassen.

Das WHO-Regionalbüro nannte Kirgisistan als eines der am stärksten vom Neuanstieg betroffenen Länder. Der zentralasiatische Staat verzeichnete 335 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen zwei Wochen, gefolgt von Montenegro mit 207 neuen Fällen und Luxemburg mit 196. Auch in Bosnien, Serbien, Rumänien und Bulgarien stieg die Zahl der Neuinfektionen wieder stärker an.

In einigen Ländern sind die Neuinfektionen laut der WHO hingegen deutlich zurückgegangen: Dazu zählen Armenien, Kasachstan, die Republik Moldau und Russland.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Infektionen in Europa überstieg am Donnerstag die Drei-Millionen-Marke, ein Fünftel der weltweit mehr als 15 Millionen Fälle. Mit 206.633 von insgesamt 627.307 Todesfällen weltweit ist Europa nach wie vor der Kontinent mit den meisten Corona-Toten.


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