„Herz(Berg)klopfen“ in Osttirol: Wandern für Singles mit Chance auf Liebesglück

Eine kleine Initiative von vier Freunden entwickelt sich in Osttirol zu einer Chance für die Liebe. Singles lernen ungezwungen Leute kennen.

Beim „Herz(Berg)klopfen“ mit Gleichgesinnten dürfen sich Interessierte auf neue Kontakte freuen.
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Von Christoph Blassnig

Schlaiten – Wie lernt man jemanden kennen und findet dann vielleicht sogar gemeinsames Glück in einer Partnerschaft? „Das ist gar nicht so einfach, erst recht in Osttirol“, lächelt Myriam Détruy. Die Französin ist selbst vor sieben Jahren zum ersten Mal nach Schlaiten gekommen. „Eigentlich nur um zu wandern. Ich mag nämlich die Dolomiten so gerne.“ Daraus geworden ist Liebe. Inzwischen lebt Myriam auf jenem Hof, auf dem sie einst nur zu Gast war. Zwei Kinder bereichern das Leben am Land. Solches Glück wünscht Détruy auch anderen.

Im Bekanntenkreis der jungen Frau befänden sich gar nicht so wenige, die alleinstehend sind. Es sei auch nicht jedermanns Sache, sich auf einer Dating-Plattform umzusehen. „Die Leute haben mir berichtet, dass das bei uns gar nicht funktioniert.“ Außerhalb des eigenen Umfeldes komme man kaum einmal mit Menschen in Kontakt. Dazu geselle sich dann noch die Scheu, jemanden einfach anzusprechen. „Ich denke, es wird mit der Zeit für Singles immer schwieriger. Sobald die Freunde Familien gründen, gehen die Interessen auseinander. Mit Kindern hat man nicht mehr so viel Zeit am Wochenende.“

Gemeinsam mit drei Freunden hat Myriam Détruy die Initiative „Herz(Berg)klopfen“ ins Leben gerufen, bei der Menschen, die für eine Partnerschaft offen sind, andere kennen lernen können. Und vielleicht auch deshalb, weil die Französin selbst gerne wandert, bietet eine professionell geführte Rundwanderung in Schlaiten die ungezwungene Atmosphäre für alle Interessierten.

Die erste Wanderung hat bereits stattgefunden. Singles im Alter von 30 bis 45 Jahren haben sich vor drei Wochen am Dorfplatz in Schlaiten getroffen. Die ausgesuchte Tour ist leicht zu bewältigen. Im Unkostenbeitrag von 25 Euro sind die Organisation, eine Jause am Aussichtspunkt sowie die Betreuung durch ausgebildete Bergwanderführer enthalten. Die Teilnehmer hätten sich nach der ersten Wanderung noch stundenlang beim Schlaitner Wirt bestens unterhalten, erzählt Détruy. Vielleicht trifft sich die Gruppe sogar ein weiteres Mal, um eine neue Tour in Angriff zu nehmen. „Anfragen dazu hat es bereits mehrere gegeben“, berichtet die Organisatorin. Möglich sei auch eine Veranstaltung im Winter, vielleicht treffe man sich zum Rodeln.

Am Sonntag, 2. August, haben Singles im Alter von 40 bis 55 Jahren Gelegenheit, an einer „Herz(Berg)klopfen“-Wanderung teilzunehmen. Anzumerken ist in diesem Fall, dass die Plätze für Frauen bereits alle vergeben sind. Mutige Männer dagegen dürfen sich per Mail unter herzbergklopfen@gmx.at anmelden. Am 13. September findet dann die letzte Tour des heurigen Sommers statt. An jenem Sonntag sollen 50- bis 70-Jährige ebenfalls neue Kontakte knüpfen können.

„Es geht uns nicht um ein Verkuppeln, sondern um ein einfaches Angebot, das neue Bekanntschaften ermöglichen soll“, sagt die Ideengeberin. Mit Détruy tragen Veronika Kruschitz, Magdalena Pedarnig und Herbert Hintermüller zum Gelingen der Veranstaltungen bei. „Nur Mut!“


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