Wildblumen in Vomp als Gabentisch für Insekten

Vomper Gärtner hat sich auf heimische Wildblumen spezialisiert: Sie blühen Jahrzehnte ohne Extra-Bewässerung und sind Teil eines Projektes mit Gemeinden.

Beim Schloss Tratzberg kultiviert Martin Widauer die Wildblumen.
© R. Witt

Von Angela Dähling

Vomp – Die Natternkopf-Mauerbiene ist äußerst wählerisch bei der Nahrungssuche. Ihr Überleben hängt vom ausreichenden Vorkommen des Natternkopfs ab. Wildbienen wie ihr hilft ein Projekt, das die Umweltanwaltschaft seit einigen Jahren mit interessierten Kommunen wie Hall und Brixlegg durchführt. Ziel ist es, öffentliche Flächen (Kreisverkehre, Straßenränder etc.) mit regionalen Wildpflanzen zu begrünen und so eine Rückkehr der Artenvielfalt und zugleich eine Kostenreduktion in der Pflege zu erreichen.

Gabi Chiettini und Martin Widauer sind Wildblumen-Experten.
© Dähling

Laut Umweltanwaltschaft habe das Pilotprojekt in der Vorarlberger Gemeinde Rankweil, das vom Biologen Reinhard Witt aus Regensburg begleitet wird, diese Effekte eindrucksvoll bestätigt. Es seien sogar Insektenarten nachgewiesen worden, die bereits als ausgestorben galten. Woher aber diese Wildblumen in großer Menge nehmen?

Der Vomper Gärtnermeister Martin Widauer hat sich gemeinsam mit Landschaftsgärtnerin Gabi Chiettini genau darauf spezialisiert (www.wildblumen.tirol). „In Westösterreich gibt es sonst niemanden, der sich in diesem Ausmaß auf heimische Wildblumen spezialisiert hat. 90 Arten gibt es bei uns“, sagt Widauer, der bei dem Projekt der Landesunweltanwaltschaft mit im Boot ist. „Anfangs habe ich das Saatgut angekauft, machte aber leider schlechte Erfahrungen damit“, sagt Widauer. Denn im dritten Jahr hätten auf der Wildblumenwiese in Pertisau nur noch zwei Arten geblüht. Inzwischen kultiviert Widauer die Wildblumen selbst: Beim Schloss Tratzberg wurden 4000 m² mit Wiesenblumen bepflanzt, da es auch das Interesse der Familie Goess-Enzenberg ist, Pflanzenvielfalt zu fördern. „Die Wildblumen brauchen in den ersten anderthalb Jahren viel Pflege, dann blühen sie über Jahrzehnte und kommen ohne zusätzliche Bewässerung aus“, informiert der Widauer, der auch Imker ist. Neben Kommunen setzen auch Firmen wie Darbo auf die Wildblumen des Vompers. Essbare Wildblumen hat er zudem u. a. in der Gramai angepflanzt.

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