Problembär büxte im Trentino erneut aus Gehege aus

Auf seinem Weg in die Freiheit verbog das Tier mit dem Namen M49 dicke Metallstäbe. Dieses Mal soll es schneller wieder eingefangen werden.

Zum zweiten Mal gelang dem Bären M49 die Flucht aus einem Wildtiergehege in Casteller, unweit von Trient.
© Provinz Trient

Trient, Casteller – Er ist der Ausbrecherkönig unter den Tieren. Problembär M49 ist, wie gestern bekannt wurde, aus einem gut gesicherten Gehege in Casteller, unweit von Trient, ausgebüxt. Bereits vor einem Jahr war ihm dasselbe gelungen. Damals dauerte die Flucht mehrere Monate. Nun sind die Behörden aber guter Dinge, M49 eher wieder einzufangen. Er trägt nämlich ein Senderhalsband und wurde bereits lokalisiert.

Am Montagvormittag bemerkte das Personal des Tierpflegezentrums in Casteller, dass etwas nicht stimmte. Das Signal, das vom Funkhalsband des Bären ausging, kam von außerhalb des Geheges. Und tatsächlich: M49 hatte es in einem nicht von Kameras überwachten Bereich des Geländes geschafft, einen Elektrozaun zu überwinden, rund 1,2 Zentimeter dicke Metallstäbe aus der Verankerung zu reißen und zu verbiegen. „Der Zaun, so glauben wir, ist sehr stark, trotzdem ist der Bär entkommen“, sagte der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti gestern. Durch das daraus entstandene Loch dürfte der Bär irgendwann zwischen Sonntagabend und Montagfrüh in die Freiheit entschwunden sein, wie das Presseamt der Provinz Trient mitteilte.

Das vier Jahre alte und 167 Kilo schwere Tier (hier auf einem Archivbild) hatte in der Vergangenheit immer wieder Nutzvieh gerissen.
© Provinz Trient

Im Juli 2019 war M49 ein erstes Mal aus dem Gehege des Wildtierreservats in Casteller geflohen. Die Flucht dauerte über neun Monate. Erst im April diesen Jahres konnte das Tier wieder eingefangen werden. Eigentlich hätte es auf Anordnung von Landeshauptmann Fugatti abgeschossen werden sollen, tappte aber zuvor in den Bergen von Tione, knapp 30 Kilometer westlich von Trient, in eine Röhrenfalle. „Der Bär hat einen Peilsender, daher wissen wir, wo er sich aufhält“, erklärte Fugatti. Zuletzt streifte M49 durch eine Region am Monte Marzola. Deshalb war der Landeshauptmann optimistisch, dass die Flucht diesmal nicht so lange dauern wird.

Das vier Jahre alte, 167 Kilo schwere und kastrierte Bären-Männchen hatte in der Vergangenheit immer wieder Nutzvieh gerissen und war durch bewohntes Gebiet gestreift. Insgesamt leben im Trentino rund 90 Braunbären in freier Wildbahn. Der Grundstock für diese Population wurde Ende der 1990er-Jahre gelegt, als im Rahmen eines EU-Projekts Bären aus Slowenien in der Provinz Trient ausgesetzt wurden. (bfk)

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte