Bürgerrechtler John Lewis: Die letzte Reise eines amerikanischen Helden

John Lewis kämpfte seit den Sechzigerjahren für Amerikas Erlösung.

Der Sarg von John Lewis wird über die Edmund Pettus Bridge in Alabama gezogen. Hier war er 1965 von der Polizei verprügelt worden.
© www.imago-images.de

Washington – Würdigung für eine Legende: In den USA ist der Sarg des Bürgerrechtlers und langjährigen Abgeordneten John Lewis im Kongress aufgebahrt worden. Er ist der erste schwarze Politiker, dem diese seltene Ehre zuteil wird. Führende Politiker, darunter Vizepräsident Mike Pence und Ex-Vizepräsident Joe Biden, erwiesen Lewis in der Rotunde des Kapitols die letzte Ehre. Anschließend wurde der Sarg auf die Stufen vor dem Gebäude gebracht, damit auch die Öffentlichkeit Abschied nehmen kann. Präsident Donald Trump hatte seine Teilnahme abgelehnt.

Lewis, der im Alter von 80 Jahren an Krebs gestorben ist, war ein Anführer der Bürgerrechtsbewegung und galt bereits zu Lebzeiten als Legend­e. Am Wochenende zog ein Pferdegespann seinen Sarg über jene Brücke in Alabama, an der er 1965 als Anführer einer Demonstration für das Wahlrecht von Schwarzen von der Polizei fast totgeprügelt wurde. Er selbst predigte stets Gewaltlosigkeit. Seit 1986 war Lewis Abgeordneter der Demokraten und galt als das Gewissen des Kongresses.

Zu seinen stolzesten Momenten gehörte der Wahlsieg von Barack Obama, des ersten schwarzen Präsidenten, im Jahr 2008. „Ich habe Tränen des Glücks geweint. Und ich musste die lange Reise denken, die uns dorthin gebracht hat, wo wir heute sind“, sagte er damals im TT-Interview.

Zugleich warnte er, dass damit der Kampf für sozial­e Gerechtigkeit nicht vorbei sei. Obamas Wahl sei „nicht das Ende, sie ist nicht einmal ein neuer Anfang. Sondern sie ist die Fortsetzung eines langen Kampfes, um – wie es Dr. (Martin Luther) King sagen würde – die Seele Amerika­s zu erlösen.“ (floo)

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte