Viele Symptome, ein Problem: Die Schilddrüse

Alltagsstress macht schon mal müde. Doch fühlt man sich dauerhaft matt, kann die Ursache im Hals liegen: Bei immer mehr Menschen kommt es zu einer Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse. Diese ist dabei entzündet, weil das eigene Immunsystem dieses wichtige Organ zerstört.

Die Schilddrüse erinnert ein wenig an einen Schmetterling.
© iStockphoto

Von Judith Sam

Schön sieht sie aus, die Schilddrüse. Wie ein roter Schmetterling, der seine Flügel ausbreitet. Doch für das Aussehen eines Organs dürfte sich kaum jemand interessieren. Hauptsache, es funktioniert. „Damit sind wir schon beim Problem: Über- und Unterfunktionen der Schilddrüse nehmen in der Gesellschaft zu“, weiß Michael Fiegl. Der ärztliche Direktor und Facharzt für innere Medizin der Privatklinik Hochrum kennt die Tiroler Statis­tik: „Der Defekt des Organs, das im vorderen Halsbereich liegt, betrifft nicht nur jeden zehnten Senioren.“ Auch bei Jüngeren schüttet das Organ oft zu viel oder zu wenig der Hormone Trijodthyronin und Thyroxin aus, die Stoffwechsel, Kreislauf und Blutdruck beeinflussen.

Selbst Babys sind betroffen: „Im Schnitt ist der Defekt bei einem von 5000 Kindern angeboren.“ Meistens wird die Krankheit jedoch im Laufe des Lebens ,erworben‘ – durch Entzündungen bei Autoimmunerkrankungen.

„Bei diesen greift das fehlgesteuerte Immunsystem, das körperfremde Viren und Bakterien bekämpfen sollte, körpereigene, dienliche Strukturen an“, sagt Fiegl.­ Die Ursache dafür ist unklar: „Darum gibt es keine Möglichkeit, der Erkrankung vorzubeugen. Weder durch gesunde Ernährung noch Sport oder Therapien.“

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