AK: Arbeitsrecht gilt trotz Corona-Krise auch bei Ferialjobs

Auch für Ferialarbeit gilt das Arbeitsrecht, betonen Experten der Arbeiterkammer (AK). Zudem müsse der Lohn dem Kollektivvertrag entsprechen.

Auch in der Corona-Krise gelten arbeitsrechtliche Bestimmungen bei Ferial­jobs.
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Innsbruck – Mit Vollendung der Schulpflicht und des 15. Lebensjahres darf jeder Jugendliche einem Ferialjob nachgehen. Während die Plätze für Pflichtpraktikantinnen und Praktikanten durch Corona einer Arbeiterkammer-Erhebung zufolge kaum eingeschränkt sind, ist es hingegen in diesem Jahr für Jugendliche weitaus schwieriger, einen Ferialjob zu bekommen. Wer sich im Sommer im Rahmen einer befristeten Anstellung dennoch das erste eigene Geld verdienen will, sollte es aber auf alle Fälle probieren. An den arbeitsrechtlichen Gegebenheiten hat sich durch die Corona-Krise nichts geändert.

Für Ferialarbeiter gelten die üblichen arbeitsrechtlichen Bestimmungen, insbesondere der Kollektivvertrag, betonen Experten der Arbeiterkammer (AK). Dieser enthält Regelungen der Tätigkeit, wie etwa Arbeitszeit und Lohnansprüche. Auch der Ferienjob müsse mindestens nach Kollektivvertrag bezahlt werden. Gibt es keinen, muss angemessen bezahlt werden. 950 bis 1200 Euro brutto pro Monat sollte die Arbeit laut Experten der AK auf jeden Fall bringen. Zusätzlich zum regulären Lohn kommen meistens noch Anteile von Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Jugendliche unter 18 Jahren dürfen höchstens acht Stunden täglich (mit Pause) und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Selbst wenn nur für ein paar Wochen gearbeitet wird, gibt es arbeitsrechtlich einen anteiligen Urlaubsanspruch, je nach geleisteter Dienstzeit.

Nach einem Monat sind das etwa zwei Tage. Wer die bezahlte Freizeit nicht konsumiert, kriegt am Ende Bares in Form der Urlaubsersatzleistung. Wichtig sei auch die Versicherung, sagen Experten: Der Arbeitgeber muss Ferialjobber bei der Krankenkasse anmelden. Auch Gehaltszettel sind Pflicht. Die Arbeiterkammer empfiehlt eine Überprüfung, ob alles abgerechnet wurde. Wenn zustehendes Entgelt nicht ausbezahlt wurde, sollte der Arbeitgeber sofort per Einschreiben zur Nachzahlung aufgefordert werden. Wer zu lange wartet, kann aufgrund von Verfallsbestimmungen Geld verlieren. (TT)

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