Hadsch in Saudi-Arabien von Corona begleitet

Unter strengen Auflagen beginnt am Mittwoch die muslimische Wallfahrt Hadsch nach Mekka in Saudi-Arabien. Wegen des Coronavirus sind dieses Jahr nur wenige tausend Teilnehmer zugelassen - vergangenes Jahr waren es rund 2,5 Millionen gewesen. Erstmals in der modernen Geschichte des Landes dürfen außerhalb des Königreichs lebende Gläubige nicht bei der Pilgerfahrt dabei sein.

Die Gläubigen müssen während des fünftägigen Ereignisses unter anderem Abstand halten, Mund- und Nasenschutz tragen und sich im Voraus und anschließend in Quarantäne begeben. Das religiöse Großereignis wurde wegen Epidemien und Konflikten schon häufig abgesagt.

Um den globalen Charakter der Pilgerfahrt gerecht zu werden, wurden im Königreich ansässige ausländische Muslime bei der Vergabe der Hadsch-Tickets bevorzugt. Lediglich 30 Prozent der Teilnehmer sollen Bürger Saudi-Arabiens sein.

Die Hadsch-Interessenten konnten sich bis Anfang Juli für eine Lotterie im Internet registrieren. Nach Behördenangaben nahmen Bürger von 160 Ländern daran teil. In sozialen Medien gab es Kritik an dem als intransparent kritisierten Auswahlprozess. So vermuteten zwei Witwen aus Nigeria und Ägypten, dass sie abgelehnt worden seien, weil sie keine männliche Begleitperson angegeben haben.

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Die Pilgerfahrt beginnt damit, dass sieben Mal das würfelförmige Gebäude der Kaaba im Hof der Großen Moschee von Mekka umrundet wird. Zu den Höhepunkten der Pilgerfahrt zählt die Besteigung des Bergs Arafat, wo Bittgebete an Gott zur Vergebung der Sünden gesprochen werden, sowie die symbolische Steinigung des Teufels am heiligen Ort Mina, rund fünf Kilometer östlich der Großen Moschee von Mekka. Dabei werfen die Pilger Kieselsteine auf eine Säule, die den Satan symbolisiert. Dieses Ritual markiert den Beginn des muslimischen Opferfests Eid al-Adha.

Der Hadsch gehört zu den fünf Grundpflichten des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben in die für Muslime heilige Stadt Mekka pilgern. Zum Auftakt der Wallfahrt treten die Gläubigen in einen Weihezustand. Dafür tragen Männer etwa nahtlose weiße Gewänder. Die einheitliche Kleidung soll die Gleichheit aller Muslime vor Gott symbolisieren. Die Wallfahrt bringt normalerweise Millionen von Menschen nach Saudi-Arabien und ist insofern auch eine wichtige Einnahmequelle für den Golfstaat. Im vergangenen Jahr pilgerten 2,5 Millionen Gläubige nach Mekka.


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