Auf Krönung folgt Hofübergabe: Moretti spielt letztmals Salzburger Jedermann

Tobias Moretti gibt heuer letztmals den Jedermann in Salzburg, neue Rollen bei den Festspielen hält er sich offen. Mit den Corona-Beschränkungen lernte er zu leben, dankbar dafür, überhaupt auftreten zu können.

Tobias Moretti (61) schlüpft ab 1. August zum vierten Mal seit 2017 in die Rolle des Jedermann bei den Salzburger Festspielen.
© APA/BARBARA GINDL

Die Salzburger Festspiele starten am 1. August in ihr 100-Jahr-Jubiläum. Sie sind damit per definitionem der „Jahrhundert-Jedermann“ – mit welchem Gefühl in dieser speziellen Zeit?

Tobias Moretti: Es ist eine große Ehre, als „Jahrhundert-Jedermann“ der Salzburger Festspiele auf dem Domplatz zu stehen, zumal es gerade in diesem Jahr eine besondere Bedeutung hat. Dieses Stück stülpt sich wie ein Spiegelbild über unsere Gesellschaft und unseren Blick. Es gibt fast so etwas wie eine beunruhigende Kongruenz zwischen dem Stück und unserer Zeit. Gerade heuer ist es besonders gegenwärtig, wie sich die Menschen vor 100 Jahren gefühlt haben müssen, nach dem 1. Weltkrieg und dem Zusammenbruch der österreichischen Gesellschaftskultur, die Spanische Grippe im Nacken.

Sie geben heuer zum vierten Mal seit 2017 den Salzburger Jedermann, mit Caroline Peters erleben Sie schon die dritte Buhlschaft. Wie schwer ist es, sich immer wieder auf neue Mitspielerinnen einzustellen?

Moretti: Wir waren letztes Jahr ziemlich erstaunt, als Valery Tscheplanowa für ein Filmprojekt die heurige Teilnahme abgesagt hat. Und daher ist es mir eine besondere Freude, dass Caroline Peters, die ihrer Buhlschaft einen völlig anderen Zugang und Charakter verleiht, heuer meine Partnerin ist. Wir sind Kollegen am Burgtheater, aber noch nie miteinander auf der Bühne gestanden. Caroline ist eine sehr klare, offensive Kollegin, unsere Sprache und unsere Denkweise haben einen gemeinsamen Sog. Das ist von großem Vorteil.

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