Ein Urlaub, der müde, aber glücklich macht: Gäste helfen Bergbauern

Mit „Tirol ganz echt“ wirbt der TVB Wipptal um Gäste, die nicht nur die Betten füllen, sondern auch den Bergbauern unter die Arme greifen sollen.

Bei den Freiwilligenprojekten des TVB Wipptal im Gschnitztal sind auch Einheimische willkommen.
© TVB Wipptal/Gstrein

Von Denise Daum

Gschnitz, Obernberg – Almen, Berg- und Lärchenwiesen – das Gschnitz- sowie das Obernbergtal sind so etwas wie Prototypen der Tiroler Kulturlandschaft. Für die Bergbauern stellt der Erhalt dieser Ursprünglichkeit und schönen Naturvielfalt knochenharte Arbeit dar. Unter dem Titel „Tirol hautnah erleben“ möchte der Tourismusverband Wipptal nun Gästen die Möglichkeit bieten, diese Almen und Bergmähder mit ihrer Flora und Fauna zu erkunden und gleichzeitig bei der Pflege dieser Kulturlandschaft mitzuhelfen. Der TVB hat dazu eigene Übernachtungspakete mit Verpflegung und Transfers geschnürt.

Selbstredend sind bei den Projekten – eine Kooperation der Schutzgebietsbetreuung Stubaier Alpen, des TVB Wipptal und des Vereins „Schule der Alm“ im Valsertal bzw. der Bergbauern des Gschnitztals – auch Einheimische willkommen. „Die Landwirte sind für jede helfende Hand dankbar“, betont Judith Gstrein vom TVB Wipptal.

„Tirol ganz echt“ wird im Gschnitztal an zwei Terminen angeboten, einer fand bereits statt. Bei der Premiere haben drei deutsche Touristen teilgenommen, wie Gstrein berichtet, die selbst mit dabei war. Im Trunaalm-Gebiet wurde eine Fläche „geschwendet“. Das heißt, dass kleine Fichten und Sträucher entfernt wurden. Danach ging es zum „Rau­men“, also zum Zusammentragen von Ästen in so genannte Raumhaufen.

Das Motiv der Gäste habe darin bestanden, im Urlaub etwas Sinnvolles zu machen und gleichzeitig in die Kulturlandschaft Tirols einzutauchen, erklärt Gstrein. „Sie waren echt volle fleißig und haben trotz schlechtem Wetter durchgearbeitet.“ Die Arbeit sei durchaus anstrengend. „Man weiß am Abend, was man getan hat“, lacht Gstrein. Gleichzeitig sei die Arbeit aber enorm erfüllend. Gerade in Corona-Zeiten glaubt man beim TVB, mit dieser Art von Urlaub punkten zu können.

Im Obernbergtal sind an zwei Terminen unterschiedliche Arbeiten zu bewältigen. Vom 21. bis 22. August werden auf der Steiner Alm, wo Rinder den Sommer verbringen, Latschen und Grünerlen zurückgeschnitten, damit die Weiden nicht zuwachsen. Richtig anstrengend wird es beim September-Termin (10. bis 11. September): In den Thaler Bergmähdern müssen die Entwässerungsgräben gepflegt werden. Eine sehr arbeitsintensive, aber dringend notwendige Arbeit.

Der zweite Termin für die Schwendarbeit im Gschnitztal findet von 17. bis 18. September statt.

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