Simbabwe zahlt enteigneten weißen Farmern Milliarden

Die Regierung von Simbabwe will den vor rund 20 Jahren enteigneten weißen Farmern eine Entschädigung von 3,5 Milliarden Dollar zahlen. „Dieses bedeutsame Ereignis ist in vielerlei Hinsicht historisch“, sage Präsident Emmerson Mnangagwa am Mittwoch bei der Unterzeichnung der Einigung. Dies sei ein Abschluss und zugleich ein Neuanfang im Diskurs um Land in Simbabwe.

Der Staat im südlichen Afrika galt einst als Kornkammer des Kontinents. Simbabwes Langzeitpräsident Robert Mugabe brachte eine Landreform auf dem Weg, um die aus der Kolonialzeit stammenden Besitzverhältnisse zu ändern, und enteignete weiße Landwirte meist entschädigungslos. Die Betriebe gingen oft an Menschen ohne Erfahrung in der Landwirtschaft. Die Produktion brach ein und dies führt bis heute zu einer miserablen Wirtschaftslage.

Die Milliardenzahlung sei keine Entschädigung für das enteignete Land selbst, sondern für die Infrastruktur auf dem Land, etwa Dämme, sagte Mnangagwa. Um das Geld aufzubringen, plant die Regierung demnach unter anderem Staatsanleihen mit Laufzeiten von 30 Jahren aufzulegen. Die Farmer sollen die Hälfte der Summe innerhalb eines Jahres erhalten und den Rest innerhalb von fünf Jahren.

Nach fast 20 Jahren des Konflikts über das Landthema hätten Vertreter der Regierung und der Farmer, die ihr Land verloren hatten, endlich eine Lösung finden können, sagte Andrew Pascoe, der Präsident der Commercial Farmers Union of Zimbabwe, die die Einigung mit der Regierung unterzeichnete. „Für mich gleicht das einem Wunder.“


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