Tiroler Holzkonzern Egger wirft heuer sein US-Werk an

Holzkonzern hielt Umsatz und Ergebnis dank „elf guter Monate“ stabil. Nach Investitions-Rekord tritt Egger heuer auf die Bremse.

440 Mio. Euro ließ sich Egger das US-Werk in Lexington kosten.
© Egger

Von Max Strozzi

St. Johann – Nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit wirft der Tiroler Holzkonzern Egger noch heuer sein erstes Werk in den USA (Lexington) an, gab die Konzernspitze gestern in St. Johann bekannt. „Wir sind bereit für die Inbetriebnahme“, sagte der zuständige Vorstand Walter Schiegl. Es sei freilich ein Start in einer schwierigen Zeit und einem schwierigen Markt. 440 Millionen Euro wurden in das US-Werk investiert, das den vorläufigen Schlusspunkt der jüngsten Turbo-Expansion des Tiroler Holzriesen mit 10.000 Mitarbeitern – davon 1200 in St. Johann und Wörgl – markiert.

In den vergangenen drei Jahren hat Egger insgesamt fast 1,5 Mrd. Euro investiert, den Großteil davon in Werke in Polen, Argentinien und eben den USA. Alleine im Vorjahr floss die Rekordsumme von 531 Mio. Euro. Im laufenden Geschäftsjahr will man diesbezüglich leisertreten und die Schulden von insgesamt etwa 1,1 Mrd. Euro verringern. In den nächsten Jahren werde weniger investiert, heuer falle die Investitionssumme auf unter 200 Millionen Euro.

Trotz der Corona-Pandemie habe man das vergangene Geschäftsjahr stabil halten können. „Riesenglück“ sei dabei auch gewesen, dass der Holzverarbeiter mit insgesamt 20 Werken nur im letzten Monat seines Geschäftsjahres (läuft immer bis Ende April) von den weltweiten Corona-Lockdowns getroffen wurde. „Wir hatten somit elf gute Monate“, bilanziert Egger-Finanzchef Thomas Leissing. Entsprechend sank der Umsatz im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr leicht um 0,4 % auf 2,83 Mrd. Euro. Ohne die Pandemie wäre man deutlich über dem Vorjahr gewesen, betonte Leissing. Das operative Betriebsergebnis stieg trotzdem von 168,7 Mio. Euro auf 212,4 Mio. Euro. Beim Ergebnis nach Steuern gab es noch ein kleines Plus von 156,6 Mio. Euro auf 156,7 Mio. Euro. Nur in Frankreich, Argentinien und England mussten Werke pandemiebedingt schließen, in Deutschland und Österreich wurde „durchproduziert“. Auch das vor einem Jahr in Betrieb genommene Werk in Polen half, den Umsatz stabil zu halten.

Für das laufende Geschäftsjahr ist Egger optimistisch, Umsatz und Ergebnis dürften stabil bleiben. Die Auftragsbücher seien derzeit voll. Allerdings wisse man auch nie, wie sich die Pandemie entwickelt und vor allem wie die Politik in den diversen Ländern darauf reagiert.


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