Wirtschaftskammer garantiert Lehrplatz im Tourismus für jeden

Hotellerie und Gastronomie werben für Jobs in der Branche. Die Zukunft ist trotzdem ungewiss.

Jeder, der im Tourismus einen Lehrplatz will, bekommt auch einen. Das garantiert die Wirtschaftskammer.
© iStockphoto

Von Marco Witting

Innsbruck – Einmal mehr wurde das Wetter bemüht. Die dunklen Wolken über dem Tiroler Tourismus hätten sich verzogen. „Es hellt auf“, sagt der Fachgruppenobmann in der Wirtschaftskammer für Gastronomie, Alois Rainer. Da schwang aber schon sehr viel Zweckoptimismus mit. Trotz der aktuellen Situation, oder gerade deswegen, wirbt die Branche um heimische Arbeitskräfte. „Arbeiten im Tourismus ist besser, als du denkst“ schreibt man auf Plakate und verweist auf die vielen heimischen Betriebe, die „tolle Angebote“ für Mitarbeiter schnüren würden.

Dass der Jobmotor auch in der Sommersaison brumme, untermauert Rainer mit einer Zahl. Allein zwischen 13. und 20. Juli hätten 958 Menschen im Tourismus wieder eine Anstellung gefunden. Valide Zahlen im Vergleich zum Vorjahr wollte oder konnte man dann aber nicht nennen. Momentan sei das Angebot von Jobs und Job-Suchende aber ausgewogen.

Mit Stand 30.6. gab es Lehrstellen für 296 Mädchen und Burschen im 1. Lehrjahr in Tirol. Das sind 22 Prozent weniger als noch 2019. Für Mario Gerber, Fachgruppenobmann der Hotellerie, aber ein positives Signal. „Das war für die Betriebe, die um ihre Existenz gefürchtet haben, keine leichte Zeit. Mit den Gerüchten, dass es zu wenige Lehrplätze gibt, möchte ich gerne aufräumen. Für jeden, der im Tourismus eine Stelle will, werden wir eine finden“, sagt Gerber.

Auch für die Pflichtpraktikas habe man eine gute Lösung gefunden, sagt Gerber. Der ÖVP-Landtagsabgeordnete forderte einmal mehr diesbezüglich eine Lösung für K1-Kontaktpersonen nach positiven Corona-Tests, die „es uns möglich machen, zu wirtschaften“. Sprich, dass Mitarbeiter nach negativen Tests wieder arbeiten dürfen.

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Die Kampagne selbst soll weitergeführt werden. Rainer ortet durchaus Interesse von Einheimischen, sich jetzt, bei steigenden Arbeitslosenzahlen, einen Job im Tourismus anzusehen. Hier werde die Branche einen großen Beitrag leisten, dass die Zahlen wieder sinken werden, gibt sich der Gastronom zuversichtlich. „Unsere Mitarbeiter sind die Säulen der Betriebe.“ Alles eitel Sonnenschein also?

Nein. Der Winter werde eine Herausforderung, ist sich Gerber sicher. „Wir brauchen nicht auf Rekorde zu schauen.“ Klar sei, dass man dann erneut Mitarbeiter aus dem Ausland benötigen werde.


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