Zwei Tiroler wegen Besitzes von Kinderporno-Bildern verurteilt

Auch wenn das Bundeskriminalamt (BKA) immer wieder die erfolgreiche Zerschlagung von Kinderporno-Ringen vermelden kann, scheinen heimische P...

Endstation Prozess: Gleich zwei Tiroler mussten sich wegen pornografischer Darstellung Minderjähriger am Landesgericht verantworten.
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Auch wenn das Bundeskriminalamt (BKA) immer wieder die erfolgreiche Zerschlagung von Kinderporno-Ringen vermelden kann, scheinen heimische Pädophile von den internationalen Fahndungserfolgen nicht besonders beeindruckt zu sein. Dabei geht es für Leute, die durch ihr Konsumverhalten die Anfertigung solcher Bilder mit all dem damit verbundenen Elend indirekt fördern, um viel: Verlust der Reputation, mögliches Aus von Partnerschaft und Job, strenge Strafen sowie schwindelerregende Gutachterkosten und Einzug der Tatwerkzeuge – sprich Computer, Tablet und Smartphone.

Dementsprechend bleich betraten zwei wegen pornografischer Darstellung Minderjähriger angeklagte Tiroler Verhandlungssäle des Landesgerichts. Im Erstprozess war der Verfahrensablauf für den 24-jährigen Angeklagten nichts Neues mehr. Befand sich der so unauffällig aussehende Tiroler doch bereits im Rückfall. Vor nicht allzu langer Zeit war der Mann nämlich schon wegen Besitzes Tausender Kinderpornos verurteilt worden. Von der damaligen Strafe waren drei Monate Gefängnis bedingt auf Bewährung ausgesprochen worden.

Trotz dieses Damoklesschwerts hatte der Mann erneut 1685 solcher Bilder auf sein Handy geladen. Dazu hatte er auch ein Bild mit der Pädophil-Szene per Web-Plattform geteilt. Dass die Bilder nicht automatisiert in die Bildergalerie gelaufen waren, konnte der EDV-Sachverständige anhand der Bild-Speicherplätze belegen: „Das Hochladen passierte klar über Zutun des Nutzers!“ Der Angeklagte zu Richterin Sandra Presslaber: „Ich weiß, dass ich eine Therapie brauche.“ Diese Einsicht bewahrte ihn „ein letztes Mal“ vor dem Gefängnis. Acht Monate bedingte Haft ergingen zur offenen Strafe, dazu 2880 Euro Geldstrafe und die Weisung, dem Gericht alle drei Monate über den Therapieverlauf zu berichten.

Die Sprache verschlagen hatte es aufgrund des Besitzes von 6000 Bildern einem 32-Jährigen. So sehr, dass er nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen konnte. Für den Besitz und die Weiterleitung von zwei Bildern an Gleichgesinnte ergingen über den voll geständigen Ersttäter vier Monate bedingte Haft und 2520 Euro Geldstrafe. Dazu kamen vorerst 300 Euro Verfahrenskosten.

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Eigentlich wollte ein in Telfs lebender Bosnier sein altersschwaches Aut­o zu Jahresbeginn noch irgendwie in die Heimat bringen. Doch dann kam Corona. An eine Fahrt war nicht mehr zu denken. Und da das abgemeldete Auto fortan auf öffentlichen Flächen geparkt werden musste, bestellte der 43-Jährige in Bosnien schlicht zwei österreichische Kennzeichen in einer Fälscherwerkstatt. Die fielen recht schnell auf: 1080 Euro Geldstrafe für Fälschung besonders geschützter Urkunden. (fell)


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