Corona kostet Tirol 864 Millionen Euro: 194 Mio. fehlen an Einnahmen

Erstmals liegen konkrete Schätzungen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Tirol vor. 194 Millionen Euro fehlen dem Land heuer an Einnahmen

Die Corona-Krise trifft auch Tirol hart.
© BAGNG

Innsbruck – Angesichts der vorliegenden Zahlen sind für Finanzreferent und Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) die Soforthilfen und die Konjunkturprogramme absolut notwendig. Vom Maßnahmenpaket seien laut Platter bereits 250 von 400 Millionen Euro geflossen und von den 106 Projekten für die Konjunkturoffensive „Tirol packt’s an“ ebenfalls Vorhaben in Höhe von 51 Millionen Euro umgesetzt worden. 230,4 Millionen Euro gibt die schwarz-grüne Landesregierung dafür aus. Derzeit wird gerade an einem wirtschaftlichen Herbst-/Frühjahrsimpuls gearbeitet.

Die Kosten zur Bewältigung der Corona-Krise sind finanziell enorm. Dank eines stabilen Landeshaushalts können die Ausgaben und Einnahmenverluste doch geschultert werden. Mit rund 864 Millionen Euro werden die Belastungen beziffert – inklusive der Einnahmenausfälle. Bei den Steuern rechnen die Experten des Finanzministeriums mit einem Minus von 154 Millionen Euro.

Aufenthaltsabgaben fehlen

Weil vor allem der Tourismus in Tirol massiv von der Corona-Krise betroffen ist, fehlen zudem die Aufenthaltsabgaben. Hier wird mit Mindererlösen von rund 40 Millionen Euro kalkuliert. Zu spüren bekommt auch die Landesholding Tirol Kliniken mit den Spitälern in Innsbruck, Hall sowie Hochzirl/Natters die vergangenen Monate. Nach einem Betriebsabgang von 75,2 Mio. Euro im vorigen Jahr dürften ersten Berechnungen zufolge im heurigen Jahr noch einmal 40 Millionen Euro dazukommen. Für alle Spitäler werden Mehrkosten wegen der Corona-Pandemie von 60 Millionen Euro erwartet. Hier pocht Tirol aber auf eine vollständige Kostenübernahme vom Bund.

Platter: Das Land stellt derzeit 630 Millionen Euro bereit.
© Julia Hammerle

Abgesagt wurde gestern der Tag der offenen Tür am 26. Oktober im Innsbrucker Landhaus. Zuletzt gab es bereits Diskussionen darüber, die FPÖ forderte in einem Landtagsantrag, aus wirtschaftlichen Gründen darauf zu verzichten. „Die Gesundheit und Sicherheit der Menschen in Tirol hat stets oberste Priorität. Nach intensiver Prüfung und Erstellung von Alternativkonzepten, die beispielsweise auch eine Reduzierung der Besucherströme beinhaltete, kommen wir zu dem Schluss, dass der Tag der offenen Tür, der traditionell am 26. Oktober über die Bühne geht, heuer nicht stattfinden wird“, gab Landeshauptmann Platter Freitag bekannt. Er bedaure diese Entscheidung.

Vor allem hinsichtlich der durchaus erheblichen Kosten für den Tag der offenen Tür wäre aus der Sicht von SPÖ-Parteiche f Georg Dornauer überhaupt jetzt der richtige Zeitpunkt, um ernsthaft über eine Reduktion nachzudenken. Auf zweimal in der Legislaturperiode, wie Dor- nauer anregt. (pn)

Mindererlöse und Investitionspakete

Einnahmenausfälle – 194 Mio. Euro: Aus Steuereinnahmen sind 92 Mio. Euro zu erwarten, 62,3 Mio. Euro aus dem Umsatzsteuer- sowie Konjunkturstärkungsgesetz. Bei den Aufenthaltsabgaben wird mit Einnahmenminderungen von 40 Mio. Euro kalkuliert.

Sofortmaßnahmen – 400 Mio. Euro: U. a. für Schutzmasken, medizinische Maßnahmen und Ausrüstungen werden 43,4 Mio. Euro ausgegeben, die Leistungsverträge für Notkrankenanstalten machen elf Mio. Euro aus, die Finanzzuweisungen an die Gemeinden 70 Mio. Euro. Dazu kommen noch weitere Fördermaßnahmen im Umfang von 233,6 Mio. Euro.

Konjunkturpakte von 230,4 Mio. Euro: Schwerpunkte sind die Digitalisierung – 18,9 Mio. Euro, Regionalität – 58,3 Mio. Euro, Nachhaltigkeit – 17,9 Mio. Euro, und die Infrastruktur, 135,3 Mio. Euro.

Höherer Abgang Tirol Kliniken: Er wird mit 40 Mio. Euro beziffert.


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