„Haltung Österreichs ist beschämend“: Außerferner kritisieren Flüchtlingspolitik

Außerferner Initiative fordert die Bundesregierung zum Umdenken in der Flüchtlingsfrage auf und wendet sich auch an Präsident Van der Bellen.

BM Alois Oberer (Reutte), Heinz Kurz, BM Paul Mascher (Biberwier) und GV Regina Karlen (Breitenwang) wollen nicht tatenlos zusehen.
© Steinböck

Außerfern, Wien – Die Außerferner Initiative „Hoffnung für Flüchtlinge“ will die restriktive Flüchtlingspolitik der österreichischen Regierung nicht mehr länger hinnehmen und hat sich daher in einem Schreiben an Bundespräsident, Kanzler, alle Minister, die komplette Landespolitik und den Leiter der Bischofskonferenz gewandt. Die Gruppe fordert die Entscheidungsträger darin auf, sich den EU-Ländern, welche Flüchtlinge aufnehmen, anzuschließen und insbesondere alleinstehende Frauen mit Kindern und unbegleitete Minderjährige aufzunehmen.

„Bisher haben sich elf EU-Staaten bereit erklärt, 1600 Kinder und Jugendliche aufzunehmen. Österreich gehört nicht dazu. Das ist beschämend“, sagt der Reuttener Bürgermeister Alois Oberer. Die Flüchtlingslager in Griechenland seien heillos überfüllt und die Lebensumstände dort katastrophal. Oberer: „Dass ein reiches, demokratisches EU-Land wie Österreich sich generell weigert, Flüchtlinge aufzunehmen, kann so nicht stehen bleiben.“

„Für uns ist diese Aufforderung eine Gewissensfrage“, ergänzt Paul Mascher, Bürgermeister in Biberwier, „das Wegschauen macht uns zutiefst betroffen und beginnt unsere Wertegemeinschaft zu zerstören.“ Gemeindevorständin Regina Karlen aus Breitenwang will dies verhindern, „denn Mitgefühl und Hilfsbereitschaft zeichnet uns Menschen aus“. Die Initiative ist auch bereit, dazu beizutragen, „dass auch eine angemessene Zahl alleinstehender Flüchtlings-Frauen mit Kindern im Außerfern Schutz finden“, betonte der „Startmotor“ der Initiative, Heinz Kurz aus Reutte.

Am 10. September werden in einer öffentlichen Veranstaltung zwei Helfer, die in Lesbos in den Flüchtlingslagern tätig waren, von ihren Erfahrungen berichten. Daraus ableitend will die Initiative auch konkrete Hilfsprojekte unterstützen. (fasi, TT)

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte