Großglockner Hochalpenstraße wird 85 Jahre alt

Von den Aussichtsplattformen bestaunen die Besucher der Großglockner Hochalpenstraße Österreichs höchsten Berg.
© Großglockner Hochalpenstraßen AG

Von Christoph Blassnig

Lienz – Die von Bruck im Salz­achtal nach Heiligenblut im Mölltal führende Großglockner Hochalpenstraße ist 47,8 Kilometer lang und überquert den Alpenhauptkamm. Schon die Römer, die in Aguntum bei Lienz ihre einzige Stadt in Tirol errichtet hatten, folgten nachweislich einem Saumpfad über den Gebirgspass Hochtor nach Salzburg. Zweitausend Jahre später führt ebendort die Hochalpenstraß­e als ein Wahrzeichen vorbei an Österreichs höchstem Berg. Seit der Eröffnung der Route am 3. August 1935 haben geschätzte 68 Millionen Besucher aus der ganzen Welt diese hochalpine Ausflugsstraße besucht.

Heute gelangt man auf ihr außerdem in das Herz des Nationalparks Hohe Tauer­n. Der mit knapp 2000 Quadratkilometer­n Fläche größte Nationalpark Zentraleuropas bietet seit seiner Einrichtung im Jahr 1981 zahlreiche naturkundliche Informationsstellen, Ausstellungen, Lehr- und Wanderwege sowie Spielplätzen entlang der Strecke.

Das monumentale Straßenbauwerk sollte einst eine weitere Nord-Süd-Verbindung über den Alpenhauptkamm schaffen.
© Großglockner Hochalpenstraßen AG

Mit dem Bau der damals sechs Meter breiten Sandstraße im Hochgebirge waren ab 1930 rund 3200 Arbeiter beschäftigt (Grohaggler, wie sie sich selbst nannten). Im Zug­e von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurde ab 1937 auch die südliche Zufahrtsstraße zwischen Heiligenblut und Dölsach in Osttirol zu einer Autostraße ausgebaut. Ab den 1950er-Jahren wurde die Straße auf 7,5 Meter verbreitert, die Kehren wurden auf einen Radius von 15 Metern Radius vergrößert und die Anzahl der Parkplätze hat man auf 3500 verdoppelt.

Das Projekt hatte weiters besondere Bedeutung, weil mit der Abtrennung Südtirols auch die ehemalige innerösterreichische Verbindung von Kärnten nach Nordtirol über den Brennerpass verloren war. Oberkärnten und Osttirol waren damit vom direkten Straßenverkehr mit den Bundesländern am Nordrand der Alpen abgeschnitten. Heute ist die Straße eine touristische Attraktion.

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