Corona-Zwangsschließungen: Heftige Kritik an Formel für Entschädigung

Die Berechnung der Vergütungen nach den Zwangsschließungen sei umständlich und werde viele Unternehmer überfordern, warnt ein Tiroler Steuerberater.

Symbolfoto.
© ERWIN SCHERIAU

Innsbruck – Mitte März hatten die Bezirksbehörden aufgrund der Corona-Pandemie sämtliche Tiroler Toruismusbetriebe – Hotels, Seilbahnen u. a. – auf Grundlage des Epidemiegesetzes geschlossen. Ihnen steht für einem bestimmten Zeitraum eine Entschädigung für den Verdienstentgang zu. Im Juli hat das Gesundheitsministerium die Formeln festgelegt, nach denen die Betriebe diesen Verdienstentgang berechnen können. Der Oberländer Steuerberater Martin Frötscher übt massive Kritik an den Berechnungsformeln. „Nur mit einem fast akademischen Fachwissen wird man sämtliche Berechnungen vornehmen können“, meint Frötscher. Es sei ein „erster umständlicher Versuch zur Berechnung des Verdienstentganges“, so der Experte: „Die Berechnungen und Recherchen werden die Mehrheit der Antragsteller überfordern.“ Er erwartet zahlreichen Klagen gegen diese Verdienstentgang-Regelung, sollten Betroffene mit der Berechnungsmethode nicht einverstanden sein.

Als Ausgangspunkt bzw. Vergleichsmaßstab für die Entschädigungsberechnung wird nach Angaben der Prodinger Tourismusberatung das Betriebsergebnis (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) herangezogen. Divers­e staatliche Unterstützungsmaßnahmen (insbesondere Fixkostenzuschuss und Härtefallfonds) werden gegenseitig angerechnet, sodass es hier zu keiner Doppelförderung kommen kann.

Aufgrund einer Gesetzes­novelle hat die Frist für Anträge auf Entschädigungen mit 7. Juli neu zu laufen begonnen und endet nach drei Monaten. Anträge auf Entschädigung können bei den Bezirksverwaltungsbehörden gestellt werden. (mas, APA)


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