Die Tiwag ökologisiert das Brunauer Wehr um Millionen
Im Zuge des Kraftwerksausbaus Sellrain-Silz im Kühtai startet der Tiroler Stromversorger ab Oktober mit Ausgleichsmaßnahmen.
Von Thomas Parth
Haiming, Innsbruck –Als eine der ersten Ausgleichsmaßnahmen für den Staubetrieb im Längental nimmt die Tiwag das Brunauer Wehr in Angriff.
Dieses Wehr wurde von der Wassergenossenschaft „Haiming-Silz-West“ in den 1950er-Jahren errichtet. Es dient zur Wasserentnahme (1500 l/sek) aus der Ötztaler Ache, um die landwirtschaftlichen Flächen in Haiming, früher auch in Silz, zu bewässern.
Nun quert das massive Bauwerk die gesamte Breite der Ötztaler Ache mit einer Fallhöhe von gut zwei Metern. Damit ist das Brunauer Wehr eine unüberwindbare Hürde für Fische und Wassersportler, genauer gesagt, für Rafter.
„Zum Ausgleich des Absturzes beim Wehr wird flussabwärts die Gewässersohle angehoben. Auf einer Länge von rund 300 Metern wird eine so genannte Rampe mit einem Gefälle von 2 Prozent hergestellt. Die Ufer werden entsprechend erhöht sowie Sohle und Uferböschungen mit großen Wasserbausteinen gesichert. Die Sohlsicherung wird so gestaltet, dass ein möglichst natürliches Erscheinungsbild entsteht“, gibt dazu Klaus Feistmantl, Projektleiter der Tiwag für den Ausbau im Kühtai, Auskunft.
„Für die Wassergenossenschaft bleibt fast alles gleich. Die Wasserentnahme und das Wehr bleiben bestehen. Beim Hochwasser im Ötztal vor gut 30 Jahren mussten wir die Schäden an der Anlage beheben. Die Ökologisierung, die uns spätestens 2027 getroffen hätte, übernimmt die Tiwag. Durch die Anhebung entfallen die Wartungen“, kann der Genossenschaftsobmann Hubert Wammes dem Eingriff durch die Tiwag viel Positives abgewinnen.
Die Wasserbauarbeiten in der Ötztaler Ache finden in der kommenden Niederwasserperiode statt. Notwendige Vorarbeiten außerhalb des Gewässers starten bereits im Oktober 2020. Die Fertigstellung der Umbaumaßnahmen erfolgt laut Plan im April 2021.
Als Ziel der Maßnahme weist die Tiwag aus, dass Fische wieder ungehindert den Bereich des Wehrs passieren und weiter flussaufwärts wandern können. „Damit wird ein fast neun Kilometer langer Flussabschnitt der Ötztaler Ache als gewässerökologischer Lebensraum erschlossen und an das Gewässersystem des Inn angebunden“, attestiert Feistmantl. Die Gesamtkosten für die Maßnahme am Brunauer Wehr belaufen sich auf rund 3 Mio. Euro.
Kommentare