Eine Welle, über die man sich bei den Tiroler Athleten freute

Die Staatsmeisterschaften der Schwimmer in Graz waren Österreichs erste größere Indoor-Veranstaltung nach den Covid-19-Sperren. Tirols Sportler sorgten für eine Welle – an Erfolgen und Medaillen.

Rekordlerin und Vizemeisterin über 100 m Delfin: Lisa Süsser.
© gepa

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Viele schauten nach Graz. Selbst in den USA war man über den Stream live dabei: Die Österreichischen Meisterschaften der Schwimmer in Graz waren einer der ersten größeren Indoor-Wettkämpfe, auch international gesehen, die als Olympia-Qualifikation galten. Die Covid-Präventionsmaßnahmen hatten es allerdings in sich: 512 Teilnehmer (allgemeine Klasse und Nachwuchs) galt es an fünf Tagen zu verteilen: draußen, drinnen, nummerierte Sitzplätze für jeden, getrennte Wettkampfabschnitte mit Räumung und Desinfektion der Halle, es sollten sich möglichst wenige begegnen. „Es waren außergewöhnliche Meisterschaften“, zieht Walter Bär, Sportdirektor des Österreichischen Schwimmverbandes, nach jeweils 15 Stunden in der Schwimmhalle Bilanz, „aber sieht man sich die Leistungen an, hat sich der Aufwand allemal gelohnt“. Sogar Markus Rogan hab­e sich telefonisch gemeldet und habe zum Ablauf, aber vor allem zu den Leistungen gratuliert, erzählt Bär.

Namentlich wollte der Wiener niemanden herausheben, „es sind so viele, da vergisst man leicht wen, und das wär­e unfair“. Tirols Schwimmer bekamen aber ein besonders dickes Lob: Nach den ersten Lockerungen der Hallensperren waren sie nach Rif/Salzburg gefahren, um im Wasser trainieren zu können, haben wegen der Sperre des Deutschen Ecks sechs Stunden täglich im Auto verbracht: „Hut ab, das zeigt schon, was einem der Sport wert ist.“

Die Erfolge kommen also nicht von ungefähr – Tiroler Bestzeiten gab es in den fünf Tagen viele, allen voran ingesamt sechs Tiroler Rekorde in der allgemeinen Klasse. Für drei davon sorgte Juniorin Lis­a Süsser (50 Rücken, 50, 100 Delfin) und holte zudem vier Medaillen (2x Silber, 2x Bronze). Lena Opatril unterbot ihre Tiroler Bestmarken über 400 sowie 800 m Kraul gleich um Sekunden und sicherte sich ebenfalls viermal Edelmetall (1x Silber, 3x Bronze).

Bei den Männern trumpfte – abseits des für Linz schwimmenden Bernhard Reitshammer (Olympia-Limit und vier Titel) – Xaver Gschwentner mit seinem Meistertitel über 200 m Delfin auf. Weitere Tiroler Medaillen lieferten Robin Grünberger (Silber und Bronze) sowie je eine Alexander Knabl, Simon Bucher und Junior Leon Opatril. Den einzigen Tiroler Herren-Rekord markierte Knabl, allerdings in einem anderen Rennen: Er setzte die neue 50-m-Kraul-Marke von 22,61 Sek. auf der ersten Länge des 200-m-Bewerbs, im 50er-Finale war er noch 0,33 Sek. darüber geblieben. Knabl ist damit zweitschnellster Österreicher überhaupt.

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Der Nachwuchs ergänzte zu den 14 Medaillen auf insgesamt 81-faches Edelmetall und lieferte auch Rekorde: Luis Kurz holte sich Gold und verbesserte dabei seine Juniorenmarke über 200 m Kraul um 0,44 Sekunden und Daniel Nigg schwamm über 200 m Brust zum Sieg und neuem Tiroler AK-15-Rekord.

Einmal mehr stark: Die Zillertalerin Tabea Huys gewann gleich fünf AK15-Titel. Weitere Medaillensammler und -gewinner, AK13: Moritz Krätschmer, Laurin Kober-Perner, Maria Eder, AK 14: Luca Kistl, Romy Pabst, Sarah Dornauer, Franka Kappacher, Miriam Langhofer, Paula Niederacher; AK 15: Emanuel Eder, Vincent Van Vuren, Lis­a Ebster, Sara Plattner, Floria­n Korber-Perner; Junioren: Lis­a Krallinger, Rosalie Pienz, Alessia Kofler, Benjamin Hasanovic und Pascal Lebeda.


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