Österreicher telefonieren in Krise mehr, dennoch Umsatzrückgang bei Drei

Lockdown und Home-Office lassen beim Mobilfunker Drei Telefonie und Datennutzung stark steigen. Dennoch sank der Umsatz des Unternehmens.

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Wien – Wenig überraschend verzeichnete der Mobilfunker Drei während des Lockdowns und auch in den vergangenen Wochen eine deutliche Steigerung der Gesprächsminuten und des Datenverbrauchs der Kunden. Grund dafür ist unter anderem die hohe Zahl der Menschen, die weiterhin im Home-Office arbeiten. „Wir gehen davon aus, dass der Trend zum Home-Office weiter voranschreiten wird“, sagte Drei-Chef Jan Trionow bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses des Mobilfunkers.

Demnach haben die Drei-Kunden im ersten Halbjahr wegen der Corona-Krise um ein Drittel mehr Daten verbraucht und um knapp ein Fünftel mehr telefoniert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz ging trotzdem um 1,9 Prozent auf 417 Mio. Euro zurück. „Die Telekommunikationsbranche ist nicht, wie manche vielleicht meinen, ein automatischer Krisengewinner“, sagte Trionow. Zum einen sind die Roaming-Einnahmen fast vollständig weggefallen, andererseits ließ sich bei Flat-Tarifen die intensivere Nutzung der Netze nicht in höhere Umsätze ummünzen.

Dennoch erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBITDA) – primär aufgrund bilanzieller Einmal-Effekte – um 5,1 Prozent auf 189 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) wuchs um ein Prozent auf 114 Mio. Euro. „Mit diesem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, sagte Trionow.

Es habe durch die Corona-bedingt stärkere Nutzung der Netze Kapazitätsengpässe gegeben. Deshalb habe man laut Trionow in der Krise teilweise temporär Kapazitäten im 4G-Netz ausgebaut, „aber man muss generell festhalten, dass die 4G-Netze langsam am Kapazitätslimit sind. Die Lösung für die Kapazitätsprobleme und für das weitere Wachstum ist 5G.“ (ecke)

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