Vereinzelt wird Borreliose auch durch Mücken übertragen

Es häufen sich Meldungen, wonach nicht nur Zecken die Krankheit übertragen. Das sei aber die Ausnahme, so die Expertin.

Mücken können nicht entzücken, aber Krankheiten übertragen. Der menschliche Geruch zieht sie an.
© dpa

Innsbruck – Es surrt, es sticht allerorten. Cornelia Gattringer von der Innsbrucker Hautklinik gibt an, dass es zwar „vereinzelt Berichte über Mücken als Überträger einer Borreliose gibt. In Summe hat das eine untergeordnete Bedeutung.“ Hauptüberträger bleiben die Zecken: In Tirol sind rund ein Drittel mit Borrelien infiziert. „Das Risiko der Übertragung steigt mit der Verweildauer der Zecke in der Haut. Unter 24 Stunden gilt es als gering. Darum sollen die Zecken möglichst rasch entfernt werden“, so Gattringer.

Neben Borrelien können Zecken das FSME-Virus übertragen. Etwa ein bis 5 Prozent der Zecken tragen dieses. Dagegen gibt es eine Impfung. Nach der Grundimmunisierung ist auf eine regelmäßige Auffrischungsimpfung zu achten. Ein Stich kann auch zu Rotlauf führen. Dieser entsteht, wenn Bakterien durch eine Eintrittspforte durch die Oberhaut in die darunterliegenden Hautschichten gelangen. „Eintrittspforten können Verletzungen, Verbrennungen und eben Insektenstiche sein“, sagt die Medizinerin. „Eine Insektenstichreaktion juckt, ein Rotlauf schmerzt. Beid­e weisen eine hitzende Rötung auf.“ Zu Beginn sei eine Unterscheidung schwierig. Bei fortgeschrittenem Rotlauf treten Fieber und eine schmerzhafte Schwellung der regionalen Lymphknoten auf. „Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika und Ruhigstellung der betroffenen Körperregion“, so Gattringer.

Und woran liegt es, dass manche Menschen von den Mücken quasi aufgefressen werden? „Mein­e Recherchen ergaben, dass in erster Linie der menschliche Geruch für die Mücken anziehend wirkt, im speziellen Kohlenstoffdioxid, Milchsäure und Ammoniak.“ (pla)


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