Nach Aufregung in Lienz: Kein Grunderwerb für Blanik

Die Lienzer Bürgermeisterin wollte landwirtschaftliche Flächen kaufen, darf aber nicht.

Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik wollte landwirtschaftliche Flächen kaufen und verpachten. Daraus dürfte nichts werden.
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz – Aus einem möglichen Grundstücksverkauf, der in Lienz vor einigen Wochen für Aufregung gesorgt hatte, wird wohl vorerst nichts. Denn die Bezirkshauptmannschaft als Grundverkehrsbehörde muss Bauern gegenüber anderen Interessenten den Vorzug geben, wenn landwirtschaftliche Flächen zum Verkauf stehen. Sechs Anfragen sind im besagten Fall fristgerecht eingelangt, drei davon von Landwirten, die nun auch tatsächlich zum Zug kommen könnten – vorausgesetzt, die Eigentümerin verkauft überhaupt noch. Doch zur Vorgeschichte:

Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik hat vor Monaten ein bebautes Grundstück am Stadtrand erworben. Die Verkäuferin, eine ältere Dame und mit Blanik seit Jahrzehnten gut bekannt, ist außerdem im Besitz von zwei Parzellen direkt hinter jener, die nun Blanik gehört. Auch für diese beiden Grundstücke, die zusammen rund 4000 Quadratmeter groß, nur für eine landwirtschaftliche Nutzung gewidmet und ohne geregelte Zufahrt sind, bekundete die Bürgermeisterin per Vorvertrag ihr Kaufinteresse.

„Alle Landwirte, die sich eventuell für den Grund hätten interessieren können, waren darüber informiert. Keiner wollte ihn. Ich habe bei der Raiffeisengenossenschaft, bei mehreren Bauern, sogar beim ÖVP-Landtagsabgeordneten Hermann Kuenz nachgefragt“, sagte Blanik in der letzten Gemeinderatssitzung, als die Stadt-ÖVP von der Bürgermeisterin eine Erklärung verlangt hatte. Die Volkspartei ortete einen Skandal, als Bürgermeisterin hätte sich Blanik die Grundstücke für die Stadt sichern sollen, anstatt sie selbst zu kaufen. „Ich bin draußen“, sagt Blanik nun. „Wenn die ÖVP meint, die Stadt müsse kaufen, soll sie sich um einen Beschluss dazu kümmern.“

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