„Die Weinprobe“: Sommerspritzer oben ohne

Die erste Steudltenn-Schauspielpremiere: Stefan Vögels Komödie „Die Weinprobe“.

Zackige Wortwechsel ohne Schnickschnack: Gerald Votava, Melanie Herbe und Alexander Jagsch in „Die Weinprobe“.

Uderns – Das Zillertaler Steudltenn-Theater feiert seinen zehnten Geburtstag sicherheitshalber und so es das Wetter zulässt, oben ohne, also unter freiem Himmel. Am Donnerstagabend ging mit Stefan Vögels „Die Weinprobe“ die erste Schauspielpremiere des vom Virus in den Hochsommer und Herbst ausgewichenen Festivals über die kurzfristig zusammengezimmerte Bühne auf freiem Feld. Und das Stück – eine Komödie über sündteure Tropfen, gepanschten Fusel und unlautere Transaktionen zwischenmenschlicher Natur – hat seine Nagelprobe bestanden. Obwohl es auch irgendwie um Politik, käufliche Liebe und kollabierende Beziehungen geht, ist „Die Weinprobe“ kein schwerer Roter, sondern ein recht knackiger Sommerspritzer. Regisseur Hakon Hirzenberger tischt ihn ohne Schnickschnack auf: Eine Holzwand, eine Couch und ein Hauch von Hausbar reichen als Dekor (Ausstattung: Georg Lindorfer, Gerhard Kainzner und Andrea Bernd), den Rest besorgt das sich angenehm unaufgeregt in Wortwechsel und Triebtreiben stürzende Ensemble (Alexander Jagsch, Gerald Votava und Melanie Herbe). Der Plot: Zwei Männer machen auf Macho und tauschen eine besonders besondere Flasche gegen Beischlaf mit des anderen Frau. Doch bevor man sich über so viel Vorgestrigkeit aufregen kann, kippt die Konstellation: Das vermeintliche Tauschobjekt wird Mensch, die Schufte stolpern ins Verderben.

Kurzum: ein leichter Spaß für laue Sommerabende. Bei schlechtem Wetter notfalls auch in der Tenn. (jole)

Die Weinprobe

Bis 14. August

Infos: www.steudltenn.com

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