„Einbau einer Küche erschien dringlicher“

Auch während der Corona-Schließung zeigte sich das Einrichtungshaus Föger gut aufgestellt. Aufträge wurden in dieser Zeit „nach Priorität“ behandelt.

Beim „Föger-Sommertalk“ berichteten Hannes Haffner (l.) und Stefan Föger über ihre Erfahrungen mit der Corona-Krise.
© Föger

Telfs – „Unser Einrichtungshaus ist bis jetzt gut durch die Corona-Krise gekommen“, sagt Stefan Föger, Geschäftsführer des gleichnamigen Möbelhauses. Föger sieht das Einrichtungshaus, das zu 90 Prozent mit Partnern aus der EU arbeitet, „richtig gut aufgestellt“. Der Ausbruch der Pandemie sei jedoch „Neuland für alle“ gewesen.

„Keiner hat eine Ahnung gehabt, was passiert. Auch wir haben unsere Schließung über die Pressekonferenz des Bundeskanzlers erfahren“, sagt Hannes Haffner, zweiter Geschäftsführer. Erfahrungswerte, wie mit der Situation umzugehen sei, habe es auch innerhalb der Unternehmerfamilie keine gegeben. „Wir wollten den Mitarbeitern Sicherheit geben, also haben wir sie heimgeschickt“, sagt Haffner. Alle Angestellten wurden für zwei Monate in Kurzarbeit geschickt, die Buchhaltung habe im Home-Office gearbeitet.

„Aufträge waren ja da und mussten erledigt werden“, berichtet Haffner. Wer im Februar eine Küche bestellt hatte, sollte diese auch während des Corona-Lockdowns bekommen. Haffner und Föger begannen, Aufträge „nach Priorität“ zu behandeln. „Der Einbau einer Küche erschien uns in Zeiten des Lockdowns dringlicher als die Lieferung von Gartenmöbeln“, erklärt Haffner.

Auch die Umsatzzahlen wurden genau beobachtet. „Als der Laden zu war, war der Umsatz natürlich auch weg“, sagt Föger. Doch richtig schwierig seien nur „ein, zwei Wochen gewesen, als das Baugewerbe nicht wusste, was erlaubt war und was nicht“. Denn das Einrichtungshaus sei stark abhängig vom Baugewerbe.

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Nach der Wiedereröffnung am 2. Mai wurde aber wieder eingekauft, das Minus der Schließung ausgeglichen. Auswirkungen der Corona-Krise erwartet Föger erst ab Herbst. Wie das Tiroler Familienunternehmen letztlich durch die Krise kommen wird, entscheide sich erst im kommenden Geschäftsjahr, 2017 lag der Umsatz bei rund 22 Mio. Euro. (ver)


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