Kampf um Schulstart nach Großbrand in Kappl

Rund 80 Kinder besuchen die Volksschule in Kappl. Nach dem Brand am Freitag ist der Bürgermeister optimistisch, dass eine Sanierung rechtzeitig gelingt. Der finanzielle Schaden war noch nicht zu beziffern – er dürfte ordentlich sein.

Der Schaden an der Volksschule Kappl ist beträchtlich.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Kappl – „Acht Millimeter dicke Stahlplatten hat es einfach heruntergeschmolzen. So eine Hitze war das“, erinnert sich der Kappler Kommandant Hannes Gander mit Schaudern. „Es war richtig heftig.“ Das Feuer schlug hoch über das Dach, Glutnester flogen durch die Luft. Gegen 3 Uhr Früh stand gestern die Volksschule Kappl in Flammen. Der Brand war im Müllraum ausgebrochen und hatte die gesamte nordöstliche Ecke des Gebäudes erfasst. „Wir haben sofort die Feuerwehren von See und Ischgl nachalarmiert“, so Gander – dann ging es aber schnell. Bereits eineinhalb Stunden später – gegen 4.30 Uhr konnte „Brand aus“ gegeben werden. Insgesamt waren 145 Feuerwehrleute mit 16 Fahrzeugen im Einsatz.

Die Brandermittler untersuchten gestern die Ursache für das gewaltige Feuer. Auslöser dürften ölgetränkte Putzlappen gewesen sein, mit denen der Parkett aufbereitet wurde. „Wenn diese nicht sachgerecht entsorgt werden, kann es sein, dass sie sich selbst entzünden. Das dürfte hier der Fall gewesen sein“, hieß es gestern seitens der Polizei in Landeck.

Das Feuer schlug hoch über das Dach, Glutnester flogen durch die Luft.
© BFV Landeck

Der finanzielle Schaden war noch nicht zu beziffern – er dürfte ordentlich sein. Vor allem an der Fassade der erst drei Jahre alten Schule hat das Feuer seine Spuren hinterlassen, wie Bürgermeister Helmut Ladner betont. Der Werkraum, ein Klassenzimmer, der Müllraum und ein Aufenthaltsraum seien betroffen, erklärt er. Die Fenster waren beim Brand geborsten, hinzu kommt deshalb noch der Schaden durch den Rauch, der ins Gebäude vorgedrungen ist.

Doch was bedeutet das für den Schulstart im September – Kappl hat mit rund 80 Schülern die größte Volksschule im Paznaun. Nach seiner Einschätzung, sollte es sich bis Mitte September ausgehen, die Einrichtung wieder zu öffnen, ist der Bürgermeister optimistisch. „Wir werden schauen, was möglich ist.“ Er hoffe auf die Unterstützung der Firmen, vor allem, was die Produktion neuer Fenster betrifft. Man habe noch vier bis fünf Wochen.

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Die Gemeinde hat mehrere Volksschulen am neuen Standort zusammengelegt – Ersatzquartier hätte man für eine Einrichtung dieser Größenordnung keines. „Wir sind noch nicht so weit, dass wir Home-Office anordnen – aber selbst da sind wir von Corona erprobt“, betont der Dorfchef halb scherzhaft. Was die Kosten betrifft, ist die Gemeinde brandversichert – am Montag wird sich der Sachverständige den Schaden anschauen.

Mit gewaltigem Einsatz verhinderten die Feuerwehrleute Schlimmeres.
© BFV Landeck

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