Barcelona baut auf Achtelfinal-König Messi

Der FC Barcelona hat auf dem Weg zum Champions-League-Finalturnier in Lissabon noch die Hürde Napoli zu überwinden. Nach dem 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel bauen die Katalanen am Samstag (21.00/Sky) natürlich wieder auf Lionel Messi, der eine besondere Lebensversicherung für diese K.o.-Runde ist. Der wahrscheinliche Viertelfinalgegner heißt FC Bayern. Die Münchner verteidigen ein 3:0 gegen Chelsea.

Drei Wochen nach Beendigung der spanischen Liga, die mit dem Meistertitel des Erzrivalen Real Madrid geendet hatte, steht in Barcelona auch die Zukunft von Trainer Quique Setien auf dem Spiel. Die Champions League zu gewinnen, wie es zuletzt 2015 der Fall war, ist das große Sehnsuchtsziel des Clubs. Setiens Vorgänger Ernesto Valverde wurde nach missglückten Anläufen trotz Titeln in der Liga gefeuert. Laut Medien hat Setien nur deshalb noch seinen Job, weil der Markt so schnell keine geeignete Alternative bot.

Hat Barca im Coronajahr 2020 das Potenzial für den Coup? Selbst Lionel Messi ist diesbezüglich skeptisch. Im Februar sprach der Argentinier von einer illusorischen Vorstellung, und erst nach dem Meisterschaftsende tadelte er die „Blaugrana“ erneut als schwaches Team. Dem Optimismus von Arturo Vidal tat das offenbar keinen Abbruch. Der Chilene, der wie Sergio Busquets gegen Napoli gesperrt fehlt, meinte sogar: „Wir sind verpflichtet, diese Champions League zu gewinnen, weil wir alles Nötige haben: das Team und die Einzelspieler.“ Nachsatz: „Ich sehe mich schon, wie ich den Pokal in die Luft hebe.“

Die Chancen auf ein Weiterkommen stehen für Barcelona tatsächlich - nicht nur aufgrund des geschossenen Auswärtstreffers - recht gut. Zumindest wenn Messi nicht aus der Statistik ausbricht: Barcelona und Messi erreichten zuletzt zwölfmal in Serie das Viertelfinale, daheim sind sie seit 35 Europacup-Partien unbesiegt. In zehn der letzten 11 Paarungen hat der sechsfache Weltfußballer auch getroffen. In den jüngsten 14 Partien in dieser K.o.-Phase erzielte Messi 19 Tore. Seit 2007 ist Barca im Achtelfinale nicht mehr gescheitert. „Lionel Messi, der König des Achtelfinale“, schrieb die spanische Sporttageszeitung Mundo Deportivo.

Beim von Gennaro Gattuso gecoachten Gegner lief es mit dem schlechtesten nationalen End-Ergebnis seit 2009 (7. Platz) zuletzt nicht wirklich rund. Die Süditaliener bangen auch noch um den Einsatz von Stürmer Lorenzo Insigne, der sich in der letzten Liga-Runde am Oberschenkel verletzt hat. Barcelona hingegen stehen Frenkie de Jong, Ousmane Dembele und Antoine Griezmann wieder zur Verfügung.

Das erste Nahziel für beide Clubs ist das Finalturnier vom 12. bis 23. August in Lissabon. Dort heißt der Gegner im Viertelfinale sehr wahrscheinlich FC Bayern. Nach dem 3:0 im Hinspiel haben die Bayern beste Chancen, zum 18. Mal das Viertelfinale zu erreichen. „Über alles, was danach kommt, machen wir uns Gedanken, wenn wir die Tür ganz aufgestoßen haben“, sagte Trainer Hansi Flick. „Wir wollen Vertrauen tanken mit einem guten Spiel.“

Der deutsche Rekordmeister um Abwehrchef David Alaba wollte die Partie nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Wir sind absolut fokussiert auf Chelsea, und in unserem Umfeld spricht noch niemand von Lissabon.“ Für Chelsea endete das nationale Geschäft vier Wochen später als für die Bayern. „Chelsea hat durch die letzten Wochen einen Rhythmus, der uns fehlt. Das war uns aber klar“, sagte Flick.


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